Noch am Vorabend der Hinfahrt wurde vor Eisglätte auf den Straßen gewarnt und so waren wir überrascht, dass die Autobahn bis Wörgl fast schneefrei war. Erst ab Kelchsau begann ein leichter Schneefall, der bei Einfahrt in das Tal „Kurzer Grund“ so massiv wurde, dass wir fast nichts mehr sehen konnten und ein wenig Sorge hatten, ob wir ohne Schneeketten den P-Wegscheid erreichen würden. …aber alles ging gut und so gab es ein herzliches „Hallo“, als alle Mitgeher*innen vor Ort waren, bzw. 2 Personen würden erst am Abend auf der Hütte zu uns stoßen. Gemäß der Empfehlung des Hüttenwirtes stapften wir auf dem sog. Winterweg, Forststraße, unserem ersten Ziel, der Neuen Bamberger Hütte, 1757m, entgegen. Es lagen zwar 10-20 cm Neuschnee, aber auf dem festen Untergrund kamen wir zügig voran und konnten sogar Ausblicke auf sonnenbeschienene Hänge, noch in der Ferne, genießen. Nachdem wir unser Gepäck in die schönen, komfortablen Zimmer verstaut hatten, unternahmen wir noch einen kleinen Ausgeher auf 1850 Hm oberhalb der Hütte und absolvierten ein kleines LVS-Training. Der freundliche Hüttenwirt hatte für unsere Gruppe eine gemütliche Nische reserviert und so genossen wir in Ruhe ein vorzügliches, für einige ein zu großes, Abendessen und ließen den Tag ausklingen, mittlerweile waren auch die beiden Nachzügler wohlbehalten eingetroffen.
Eigentlich sollte es nur noch in der Nacht ein wenig schneien und so waren wir überrascht, beim Frühstück teilweise noch starkes Schneetreiben bei Minus 12 Grad vor der Hütte zu erleben. Aber das Glück war uns hold, denn pünktlich zum Tourenstart hörte der Schneefall auf und wir machten uns auf den Weg zum Gipfel des Schwebenkopf, 2354m. Um die Skitourenspur nicht zu „zerstören“, spurten wir Schneeschuhgeher*innen fast die gesamte Strecke mit konstantem Spurerwechsel und dennoch zog sich der Gipfelanstieg hin und wir erreichten nach 3,5 Std. die Höhe 2300 Meter. Hier verließ uns die Motivation, denn es begann wieder Schneefall im Kombination mit eisigem Wind und dichtem Nebel, so dass wir uns in eine windgeschützte Senke zurückzogen und erst einmal die Mittagspause einlegten. Der Abstieg war teilweise eine echte Herausforderung, denn Schneefall und immer wieder aufkommender dichter Nebel machten die Routenfindung nicht leicht. Ziemlich geschafft erreichten wir nach 6,5 Std. wieder die wärmende Hütte und waren froh um unsere Nicht-Gipfel-Entscheidung, denn kurz nach Erreichen der Hütte begann ein heftiger Schneesturm…
…der wohl die ganze Nicht anhielt, denn am Morgen lagen vor der Hütte 30-50cm Neuschnee, und es schneite bis halb 10 Uhr aus dichten Wolken, ohne Sonnenschein und so entschieden wir alle uns nach Abwägung von Für und Wider, sofort ins Tal abzusteigen, denn im Tal wartete ja auch noch Arbeit auf uns: Ausbuddeln der Autos. Den Abstieg empfanden wir als wunderbare Winterwanderung in tollem Pulverschnee und, welch ein Glück, es tauchte dann doch noch die Sonne auf und wir genossen eine wunderschöne Winterlandschaft. Die Skitourengruppe war natürlich viel schneller am Parkplatz und hatte fast schon alle Autos freigeschaufelt und die letzten „Reinigungsarbeiten“ waren dann mit vereinten Kräften recht schnell erledigt, so dass wir bald schon im gemütlichen und freundlichen Gasthof Wegscheid, direkt am P, zu heißer Suppe einkehren konnten. Die Ausfahrt durchs Tal verlief vorsichtig-langsam und sowohl die Landstraßen als auch die Autobahn war wieder frei und die Heimfahrt verlief zügig.
Unser Resumee trotz der Wetterkapriolen: Wir haben das beste aus den Tagen gemacht und waren alle recht zufrieden.








