1. Tag: Loosbühel, 2049m
Bereits im Vorfeld mußten sich die Tourenleiter viele Gedanken machen um mögliche Tourenziele, denn auch im Großarltal war der Schnee in diesem Jahr rar. Die sonnenbeschienenen Südhänge leuchteten uns bereits bei der Anfahrt grün entgegen, bis hoch zu den Gipfeln. Auf eine Empfehlung des Obmann des lokalen Alpenvereins hin, war unser heutiges Ziel die geöffnete und bewirtschaftete Loosbühelalm, 1800m, im Ellmautal, einem Seitental des Großarltal. Eine gute Empfehlung, wie wir bereits am P-Grundlehen, 1340m, erkannten, denn wir konnten sofort mit den Schneeschuhen losgehen. Auf einem gut markierten und präparierten „Schneeschuhwanderweg“ kamen wir gut voran und erreichten nach 1,5 Stunden die aussichtsreiche Alm, auf deren Sonnenterrasse wir uns eine Aussichtspause gönnten. Die Tageszeit und die Kondition ließen es zu und die Sonne motivierte uns erst recht zum Aufstieg auf den Loosbühel und so stapften wir parallel der Skitourenspur in weiten Kehren und auf zerfahrenen Hängen hinauf zum Gipfel, 2049m, mit seiner wunderbaren Rundumsicht. Der Abstieg verlief entlang der Aufstiegsspur und so kamen wir wohlgelaunt in unsere Bleibe für die nächsten Tage an, dem Hotel Almrösl in Hüttschlag. Der Empfang durch den Hotelier war sehr freundlich, die Zimmer schnell in Empfang genommen und bis zum gemeinsamen Abendessen blieb noch Zeit zum Ausruhen oder Wellnessen im Saunabereich. Hungrig trafen wir im Speisesaal ein und genossen das ausgiebige Abendessen. Bei der Tourenbesprechung für den nächsten Tag war uns der Hotelier mit seiner eigenen Skitourenerfahrung behilflich und so fanden wir einen ruhigen Schlaf.
2. Tag: Filzmooshörndl, 2189m
Unser heutiges Ziel führte uns wieder ins Ellmautal und wieder war der Start in Grundlehen, 1340m. Der Aufstieg verlief heute jedoch rechtsseitig des Filzmoosbaches auf der Forststraße unserem 1. Etappenziel entgegen, der Filzmoosalm auf 1750m. Nach einer kurzen Pause hier, führte uns der Steig durch einen Zirbenwald und über Wiesenhänge zur Filzmooshöhe, 2103m und weiter hinauf zum Gipfel. Glücklich darüber, dass wir hier oben in der Sonne stehen und diese prächtige Fernsicht bestaunen dürfen, genossen wir eine ausgiebige Gipfelrast und freuten uns, als auch die Skitourengruppe sich zu uns gesellten. Der Abstieg erfolgte entlang der Aufstiegsroute und wurde nur durch eine Sonnenpause an der Filzmoosalm unterbrochen, wobei wir von der Alm aus die alternative Route über den Sommerweg nutzten, der sich durch den Wald schlängelte und sich als als schöne, anspruchsvolle, teils sehr vereiste, Alternative darstellte. Wohlbehalten und glücklich kamen wir wieder im Hotel an und genossen die Wellnessoase bis zum Abendessen. Beim Abendessen „jammerten“ einige Teilnehmer*innen so sehr über Fußblasen, dass wir Tourenleiter schon Überlegungen anstellten, ob wir in Zukunft die Teilnehmer*innen vor der Tour zur Vorsorgeuntersuchung schicken müssen wegen möglicher Blasenschwäche, hihihi.










3. Tag: Roßkarkopfscharte, 2164m
Eigentlich wollten wir heute eine ausgewiesene Skitour im Pistengebiet „Großarl“ unternehmen, wurden jedoch vom Vater des Hoteliers informiert, dass diese Tour gesperrt sei, da es dort vor 2 Tagen zu einem tödlichen Unfall zwischen einem Abfahrer und einem Tourengeher kam. Er empfahl uns die Roßkarkopfscharte, dort sei noch ausreichend Schnee, und so fuhren wir 10 Minuten mit den Pkw’s zum P-Süßgut, 1260m, oberhalb von Hüttschlag. Wieder einmal fanden wir einen sehr vereisten Parkplatz vor, auf dem wir höllisch aufpassen mußten, wo wir hintreten. …und wir sahen keinen Schnee, nur vereiste Forststraße. Die ersten 30 Minuten des Aufstiegs „kratzten“ unsere Schneeschuhe auf Eis den Berg hinauf, bevor wir eine geschlossene Schneedecke vorfanden, auf der wir, mittlerweile bei Sonnenschein, entlang des Reitalmgraben, zur Reitalm, 1620m, stiegen. Nach einer kurzen Sonnenpause stapften wir, zunehmend steiler, auf dem Sommerweg durch Wald zur Reith Alpe, 1800m, und stiegen dann auf einer Bergschulter hinauf unserem Ziel entgegen. Da auch hier bereits eine gut präparierte Skitourenspur vorlag, kamen wir recht zügig vorwärts. Auf einer Höhe von 2100m, die Scharte bereits sichtbar, peilten wir die Lage in dem steileren Schartenhang. Nach kurzer Absprache entschieden wir uns für den Aufstieg, der in steilen Kehren verlief und die letzen 10 Aufstiegsmeter im Pulverschnee mühsam war, da die Schneeschuhe wenig Halt fanden. Die Rundum-Aussicht in der Scharte belohnte uns jedoch für die Aufstiegsmühen und so gönnten wir uns in der wohligen Sonne eine ausgiebige Pause mit der Skitourengruppe, die mittlerweile zu uns aufgestiegen war. Der Abstieg erfolgte entlang der Aufstiegsspur, unterbrochen von einer ausgiebigen Pause auf der Sonnenterrasse der Reitalm. Im Abstieg waren die begehrtesten Tourenteilnehmer*innen für die Skifahrer*innen die Personen, von denen sie sich Grödel ausleihen konnten, denn der vereiste Forstweg runter zum Parkplatz war auf Ski nicht machbar mangels Schnee und das gehen auf Eis mit den Skistiefeln gefährlich. Hier wurden nun neue „Grödelfreundschaften“ geschlossen, die uns alle sicher zu den Autos brachten. Im Hotel wartete das bereits bekannte Wellnessprogramm auf uns, bevor wir uns alle zum Abendessen wieder trafen.
4. Tag: Eiswanderung im Talschluss
Nach drei anspruchsvollen Tourentagen hinter uns und der Rückfahrt vor uns, war uns heute, bei wolkenverhangenem Himmel, eher nach einem „schönen“ Ausflug. Wir fuhren zum P-Talschluss des Großarlbachtales und wanderten zum Ötzlsee, 1050m, und noch ein Stück darüber hinaus. Bereits am Parkplatz zogen wir die Grödel an, denn auch dieser Forstweg war komplett vereist. Immer den weiten Talkessel vor Augen wanderten wir entlang des Großarlbaches vorbei an vielen vereisten, teilweise bizarr geformten, Wasserfällen. Nach 1,5 Stunden Wanderung durch winterliche Landschaft kehrten wir um und im Aschauer Stüberl zur Abschlußeinkehr ein. Das Resümee war eindeutig: Das waren 4 tolle Tourentage. Wieder einmal hat alles gepasst: Touren, Wetter, Unterkunft, Gruppe.









