MTB-Touren am Furkelpass

Nachdem unsere geplante Hüttentour zur Senneshütte durch die Absage der Hütte zur Hoteltour am Furkelpass (1745m) wurde, mussten auch die Mountainbiker umplanen, was durchaus anspruchsvoll war zum einen wegen der wenigen Tourenmöglickeiten direkt vom Hotel aus und zum anderen wegen der eingeschränkten Radtransportmöglichkeiten bedingt durch Absagen von Teilnehmern. Dafür machte das Wetter keine Sorgen – ideales Radlwetter: sonnig und nicht zu heiß.

Und als weiteres Positivum: wir radelten abwechslungsreich an einem Tag am topographisch milderen Kronplatz und am anderen Tag in den schroffen Dolomiten der Fanesgruppe bei der „Großen Fanesrunde“, einem MB-Tourenhighlight, das jeder engagierte MBler einmal in seinem Leben gefahren sein sollte, wie kolportiert wird, übrigens vorbei an der ursprünglich zur Übernachtung vorgesehenen Senneshütte.

Aber im einzelnen:

Ankunftstag: Nachdem wir uns alle um 11.30h am Hotel getroffen hatten, radelten wir (Josef und ich) in 50 Minuten mit unseren E-Bikes auf guter Forststraße die 520hm entspannt hoch auf den Kronplatz, um uns mit den Wanderern zu treffen und zusammen einzukehren.

Erster Tag: Nachdem der Kronplatz normalerweise nur von einer Masse an Downhillern besucht wird, die sich mit den Bergbahnen hochziehen lassen und dann auf den künstlich angelegten Trails zu Tale rauschen, fuhren wir, jetzt zu dritt, nachdem Barbara ihr Leihbike in Empfang genommen hatte, auf meist moderaten Forststraßen die 1300hm in einem Zug von Reisach (953m) nochmal von der anderen Seite hoch zum Kronplatz (2273m) –  mit E-Bikes kein Problem. Bis wir in den Einzugsbereich der Trails kamen, waren wir vollständig allein in der Natur und konnten die mit jedem Höhenmeter bessere Sicht auf das Pustertal und den Alpenhauptkamm genießen. Nur zweimal hatten wir kurz Kontakt mit den in ihren „Ritterrüstungen“ für uns futuristisch aussehenden Downhillern, der aber glimpflich verlief. Oben kehrten wir in dem uns vom Vortag bekannten Lokal wieder ein und genossen die heute noch bessere Sicht. Nachdem wir vor der Auffahrt von Reisach aus noch den Kronplatz hatten umrunden können, kamen bis zum Ende der Tour 1476hm und 38km zusammen.

Zweiter Tag: Heute war das Szenario ganz anders als am Vortag. Bizarre Dolomitenfelsen als Umgebung und ruppige, z.T. steilste Pisten für die Radler. Zuerst ging es von Pederü (1548m), wohin wir mit dem heute uns Radlern zur Verfügung stehenden Auto, das Räder transportierte, fuhren, neben einer Masse Wanderer und anderer Radler hinauf zur Faneshütte (2060m). Auf dem folgenden sehr steinigen Stück zum Limojoch (2174m) waren es schon etwas weniger Menschen. Hier begann nun eine über 10km lange Abfahrt auf durchgehend steiniger Piste durch das wunderschöne Fanestal bis nach S.Uberto(1449m), wo der zweite Anstieg durch das Salatatal begann, wieder in beeindruckender Dolomitenkulisse. Weiter gings erstmal auf einer Asphaltstraße bis zur Rif. Sta Stua(1668m), einem Ausflugsziel zahlreicher Wanderer, wo wir kurz noch eine Erholungspause einlegten vor der Schlüsselstelle der Tour: Eine Stufe von 200hm war zu bewältigen mit ca. 20 Prozent Steigung auf teilweise wieder steinigem Untergrund. Glücklich erreichten wir nach über 4 Stunden Fahrt die Senneshütte (2116m), wo wir uns auf der Hüttenterrasse stärkten. Die Erwartung, dass damit die Anstrengungen vorüber seien, da wir ja nur noch nach Pederü abfahren mussten, erwies sich als trügerisch. Die Abfahrtsstrecke auf einer ultrasteilen (mehr als 20 Prozent) alten Militärstrasse über enge Kehren erforderte nochmal höchste Konzentration. Glücklich über den tollen Tag und froh, dass alle heil wieder zurück waren, erreichten wir Pederü nach zurückgelegten 1450hm Anstieg und 34km Strecke.

Abfahrtstag: Nachdem mir die Logistik bislang schon einige Gedanken bereitet hatte, beschloss ich, dass wir am Abfahrtstag keine MB-Tour mehr machen und uns stattdessen der Wandergruppe anschließen sollten, was sich als richtig erwies, da für die Heimfahrt der Rücktransport eines Radls bei zwei zur Verfügung stehenden Autos und 8 Personen schon genug Schwierigkeiten auslöste, weil er bedeutete, dass in einem Auto 5 Personen fahren mussten…….