Innsbrucker Hütte und Habicht

Freitag: Anreise und Aufstieg

Kaum eine Tour hatten wir in den letzten Jahren so oft verschoben wie diese – immer wieder machten uns widrige Wetterbedingungen oder ein früher Wintereinbruch einen Strich durch die Rechnung. Auch diesmal war bis wenige Tage vorher unklar, ob das Wochenende wie geplant stattfinden konnte. Wir entschieden uns jedoch dazu, zumindest bis zur Innsbrucker Hütte aufzusteigen – ganz nach dem Motto: „Schau’n ma mal“. Ein Teilnehmer musste krankheitsbedingt kurzfristig am Vorabend absagen und der Co-Tourenleiter fiel am Anreisetag aufgrund eines Verkehrsunfalls aus (bei dem er sich zum Glück nur leicht verletzte).

So traf sich die verbleibende Gruppe am Parkplatz in Gschnitz und begann bei schwüler, drückender Hitze den Aufstieg. Nach kurzer Zeit sorgten Wolken für angenehmen Schatten, bevor nach etwa einer Stunde der Regen einsetzte. Das stellte dank passender Ausrüstung kein Problem dar. Als der Regen jedoch in Hagel überging, suchten wir kurz unter Latschen Schutz. Die nächste Herausforderung warteten in Form der Rinnen und Gräben auf uns: Sonst trocken oder nur kleine Rinnsale, hatten sie sich nun in reißende Sturzbäche verwandelt. Auch diese Hindernisse bewältigten wir sicher und erreichten pünktlich vor dem nächsten Hagelschauer die Hütte.

Samstag: Kalkwand, See und Hüttentag

Der Samstag begann mit leichtem Niederschlag und die Aussichten für den weiteren Tagesverlauf blieben durchwachsen. Wir beschlossen daher, den Aufstieg zum Habicht nicht zu riskieren und stattdessen einen ruhigeren Tag einzulegen. Als nach dem Frühstück die Sonne hervorkam, unternahmen wir eine kurze Wanderung zur Kalkwand. Nach dieser lohnenden Tour besuchten wir noch den nahegelegenen See. Eine Erfrischung im kühlen Nass war allerdings nicht möglich, da es sich um den Trinkwasserspeicher der Hütte handelt und Baden verboten ist. Den restlichen Tag machten wir es uns drinnen gemütlich, bevor am Nachmittag der angekündigte Regen einsetzte. Im Nachhinein betrachtet hätte das Wetterfenster zwar für den Gipfel gereicht, aber Sicherheit ging vor.

Sonntag: Habicht, Abstieg und Heimreise

Auch für Sonntag waren Wärmegewitter gemeldet, doch die Wetterdienste sagten zumindest für die erste Tageshälfte stabile Verhältnisse voraus. Nach einem frühen Frühstück packten wir unsere Sachen und brachen auf. Im unteren Drittel bewegten wir uns durch grobes Blockgelände, bevor der spannendste Teil begann: Leichte Kletterei im I. bis II. Schwierigkeitsgrad mit griffigem Fels, streckenweise mit Stahlseilen versichert. Wir kamen zügig voran und erreichten bereits nach 2:45 Stunden das Gipfelkreuz auf 3.277 m Höhe. Nach einer kurzen Rast im kühlen Wind machten wir uns an den Abstieg. Punkt fünf Stunden nach dem Aufbruch standen wir wieder an der Hütte. Nach einer ausgiebigen Mittagspause und zugleich unserer Abschlusseinkehr traten wir den langen Weg zurück ins Tal an. Die Autos erreichten wir trocken – wenn auch knapp, denn die nächste Gewitterfront zog bereits auf.

Insgesamt war es ein gelungenes Hüttenwochenende. Das Highlight bildete die Besteigung des Habichts – für die meisten Teilnehmer der erste Dreitausender. Eine eindrucksvolle, wenngleich durchaus herausfordernde Unternehmung. Aber auch abseits der Gipfel ist die Innsbrucker Hütte jederzeit einen Besuch wert.