Letzte Woche war es endlich so weit: Mit neun Freunden ging es auf eine unvergessliche Gletschertour in die Hohen Tauern. Was als Zugfahrt von Heidelberg nach Traunstein begann, entwickelte sich über fünf Tage hinweg zu einem intensiven, lehrreichen und eindrucksvollen Abenteuer in Schnee und Eis.

Ankunft auf der Franz-Josefs-Höhe & Aufstieg zur Hütte
Am Mittwochmorgen fuhren wir zur Franz-Josefs-Höhe, dem Ausgangspunkt unserer Tour. Von dort begann die erste Herausforderung: der Aufstieg zur Oberwalderhütte. Mit zunehmender Höhe kam nicht nur Schnee, sondern auch erste Anzeichen der Höhenluft – Kopfschmerzen und Übelkeit machten sich bei einigen bemerkbar. Das Gelände wurde rauer, und das letzte Stück zur Hütte führte über einen schneebedeckten Klettersteig – ein erster Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte.


Wetterpech & Techniktraining
Der Donnerstag startete mit schlechten Sichtverhältnissen – an geplantes Tourengehen war am Vormittag nicht zu denken. Stattdessen nutzten wir den Nachmittag, um uns mit dem Gehen mit Steigeisen auf Schnee und Eis vertraut zu machen. Eine wichtige Übung, die uns in den nächsten Tagen noch zugutekommen sollte.


Tourversuch & Seiltechnik
Am Freitag wagten wir früh morgens eine längere Tour (Überschreitung Mittlerer Bärenkopf – Großer Bärenkopf), mussten aber kurz vor dem Gipfel umkehren – das Wetter und die Bedingungen waren einfach zu schlecht. Der Nachmittag stand dann im Zeichen der Seiltechnik: Mannschaftszug und die Lose Rolle wurden direkt neben der Hütte geübt – Theorie und Praxis nah beieinander.


Gipfelerfolg & Gletscherspalten
Samstag war der große Tag: Strahlender Sonnenschein und stabile Bedingungen ermöglichten uns die erste erfolgreiche Tour auf die Hohe Riffl (3.338m). Die lange Wanderung über den Gletscher – umgeben von Weiß – war ein echtes Highlight.

Der letzte Abschnitt zum Gipfel war so steil, dass wir Stufen in den Schnee schlagen mussten.

Der Ausblick von oben? Atemberaubend.

Nachmittags ging’s dann nochmal technisch zur Sache: Spaltenbergung mit Eisschrauben – diesmal an echten Gletscherspalten. Abends dann der verdiente Lohn: Skiwasser und Kaiserschmarrn!

Abstieg & Rückfahrt
Am Sonntag traten wir bei strahlendem Wetter den Abstieg über den Gletscher an – inklusive Spaltenüberquerung. Mit einem Gefühl von Euphorie, etwas Erschöpfung, aber vor allem viel Dankbarkeit ging es schließlich zurück nach München und Heidelberg.

Fazit
Die Tour war eine großartige Erfahrung – landschaftlich, sportlich und auch menschlich. Ein riesengroßes Dankeschön an unsere Trainer für die Organisation und Anleitung, und natürlich an die ganze Truppe für den Teamgeist, Humor und Zusammenhalt auf jedem Meter!
Tourenbericht: Matthias Meyer-Bender
Tourenleiter: Anastasia Grekova (DAV Garching) & Philipp Nagel (DAV Heidelberg)

