4 Tourentage im Sarntal-Südtirol

Eigentlich war für den Anreisetag eine Tour am Penser Joch, 2250m, geplant und vorher die erste gemeinsame Zusammenkunft im dortigen Gasthaus „Alpenrosenhof“, aber Kälte, Nebel und das „Nur heute“ geschlossene Gasthaus „trieben“ uns ins wärmere und sonnige Tal hinunter. Also trafen sich 24 Teilnehmerinnen direkt am Hotel Olympia in Sarnthein (950m), dem Hauptort des Sarntal. Der Hotelier konnte uns zwar noch nicht in die Zimmer lassen, aber wartete auf mit einer großen Käse-Speck-Wurst-Platte nebst Brot auf und so genossen wir die Wartezeit auf der kleinen Sonnenterrasse des Hotels, bis alle Tourenteilnehmerinnen eingetroffen waren. Die beiden Wanderleiter luden zu einer Talrundtour um den Ort Sarnthein ein, während die MTB-Gruppe ihre eigenen „Kreise“ zog.
Direkt vom Hotel führte uns die Rundwanderung durch das schöne Ortszentrum mit, teils mehrere hundert Jahre alte, Häuser und hinein in die imposante Pfarrkirche Maria-Himmelfahrt. Weiter ging es dann entlang des Talfer-Baches bis zur südlichen Talferbrücke, über die wir dann den westlichen Talhang erstiegen. Auf einer Höhe von 1100 Metern wanderten wir vorbei an Schloss Reinegg, dass wir leider nicht besichtigen konnten, da es sich in Privatbesitz befindet. Durch den sog. Kalkwald wanderten wir nach Haselbach, wo wir dann wieder in die Talsohle und zur nördlichen Talferbrücke abstiegen. Bei Sonnenschein und guten Wandertemperaturen führte und der Weg wieder zurück zum Hotel und zu Sauna, Dampfbad, Pool und Ruheliegen. Um 19 Uhr fanden wir uns alle wieder im Speiseraum ein um die schmackhafte Südtiroler Küche zu genießen.

Hoch über dem Sarntal, oberhalb der Putzerhöfe auf etwa 1.622 Metern Höhe, steht das Putzer Kreuz mit seiner kleinen Kirche und dem benachbarten Gasthaus und beides war unser Ziel am 2. Tag. Wieder ging es durchs Dorfzentrum und der Beschilderung „Putzer Kreuz“ folgend zum Waldrand. Immer wieder, auch steil ansteigend, führte uns der Bergsteig durch den Wald hinauf zu den Putzerhöfen, 1450m, und dann zum Putzer Kreuz. Der Tag war noch jung, die Sonne schien, die Aussicht war schön und so entschlossen wir uns, noch ein Stück weiterzugehen und zusteigen und so erreichten wir nach ca. einer Stunde die bewirtschaftete kleine urige Hauserberg-Alm, 1770m, am Hauserberg. Bei einer Trinkpause bestaunten wir sowohl die urigen Almgebäude als auch die grandiose Aussicht auf den gegenüberliegenden Gebirgsstock des Schlern. Zurück am Gasthaus Putzer-Kreuz gönnten wir uns ein ausgiebige Kaffee-Kuchen-Pause, bevor wir den Abstieg ins Tal antraten.

Ein echter Höhepunkt bot sich uns mit der Wanderung zum höchsten Wallfahrtsort Europas, dem Latzfonser Kreuz, am 3. Tag. Mit dem kostenlosen Bus hoch zur Seilbahn in Reinswald. 1500m, und der 50% billigeren Seilbahnfahrt (Sarntal-Card) auf den Pichlberg, 2150m, erreichten wir den Ausgangspunkt unserer Wanderung. Bei strahlendem Sonnenschein und moderaten Temperaturen wanderten wir auf einer Höhe von 2150 Metern gen Osten und hatten immer die markanten Massive der Dolomiten im Blick: Sella-Gruppe, Seiser Alm, Rosengarten, Lang- und Plattkofel, Latemar, Geisler-Spitzen und Marmolata. Über den Pichlberg wanderten wir auf dem sog. Urlesteig vorbei an der Gedrumalm, 2100m, in Richtung Gedrumsee. Ab hier begann der felsige Aufstiegssteig bis auf eine Höhe von 2370 Meter, an der wir bereits unser Ziel unter uns sehen konnten. Zügig stiegen wir zum Wirtshaus mit seiner tollen Aussichts-Sonnenterrasse ab und gönnten uns eine ausgiebige Mittagspause bei Quetschenmusi, Dreigesang und einer Besichtigungsrunde zur Wallfahrtskirche. Der Rückweg erfolgte entlang der Aufstiegsrunde und wurde versüßt durch die Kaffee-Kuchen-Einkehr in der Gedrumalm. Sehr zufrieden mit dem heutigen Tourenprogramm erreichten wir am späten Nachmittag wieder unser Hotel.

Die Heimfahrt über das Penser Joch, 2200m, nutzten wir für die Abschlusstour auf den Gipfel des Gänsekragen, 2322m. Da hier ein starker und kalter Wind pfiff, flohen wir auf einen windgeschützten Wanderweg, auf dem wir bis zum Joch unterhalb des Sarner Weißhorn, 2705m, entlangwanderten und dabei die tolle Rundumsicht genossen. Die Abschlußeinkehr fand im „Alpenrosenhof“ statt, bevor wir die zügig verlaufende Heimfahrt antraten und dabei die hinter uns liegenden wunderbaren Tourentage Revue passieren ließen.