DAV Sektion Garching

Sektionsmitteilungen Winter 2009/2010


Verschiedenes

Christof Thron schlägt vor …
…eine sicherheits-taktische Diskussionsrunde zu Risikomanagement für alle Tourenführer und Fachübungsleiter/innen unserer Sektion zu veranstalten. Dies könnte z.B. im Rahmen einer erweiterten Vorstandssitzung stattfinden. Dort sollte für Bergtouren mit Gruppen die sicherheitstechnische Lehrmeinung vorgestellt und persönliche Führungserfahrungen ausgetauscht werden. Wo und wann ist Geschwindigkeit bei einer Bergtour notwendig bzw. sicherheitsgefährdend?

Ich persönlich bin der Meinung, dass sich eine Bergsteigergruppe auf Tour am Schwächsten orientieren muss! Aus Sicherheitsgründen finde ich es unverantwortlich und höchst riskant, ein erschöpftes Gruppenmitglied dauernd zur Eile zu drängen. Dies gilt erst recht, wenn die Tour an einem ein Meter breiten Gratweg entlang führt. Wenn mir mangels Kondition am Gipfel fast schwindelig wird, muss ich eine Verschnaufpause einlegen. Sonst steigt die Gefahr eines Fehltritts mit tödlichem Absturz riesig, wenn ich am Grat nonstop weiterhetze.

Auf Sektionstouren an einem Klettersteig halte ich es im Sinne der Risikovermeidung für notwendig, im vereisten- oder absturzgefährdeten Steilgelände die Karabinersicherung in die Drahtseile einzuhängen. Für mich ist es höchst verwerflich, wenn sicherheitsbedürftigen, geschwächten Gruppenmitgliedern immer wieder indirekt Vorwürfe gemacht werden, dass sie die Klettersteigsicherung benützen. Genauso ärgerlich finde ich es, wenn Klettereinsteiger durch ein schlechtes Vorbild vom Sichern abgehalten werden. Damit meine ich nicht, sich immer in jedes Drahtseil einklinken zu müssen! Z.B. nicht auf schmalen Wegen, die nur bei Nässe oder Vereisung rutschig sein können.

Die Geschwindigkeit beim Abstieg ist manchmal deutlich langsamer, wenn ich mich verkrampft am Seil festklammere, anstatt entspannt am Fels hinunter zu turnen, beruhigend gesichert an der Klettersteigbremse. Nicht zuletzt leidet das bergsteigerische Erlebnis, wenn ich mich bei einer Bergtour auf leistungssportlichem Geschwindigkeitsrekordkurs befinde. Dann nehme ich mir kaum mehr Zeit, die schöne Aussicht und Stimmung am Berg oder die Bergkameradschaft zu genießen.


Jo Saffert 10.11.2009