DAV Sektion Garching

Sektionsmitteilungen Winter 2008/2009


Naturschutz

Inhalt:


Bericht des Naturschutzreferenten für das Jahr 2008

Treffen der Umweltgruppe
Vier Besprechungen fanden wie in den Vorjahren statt. Leider war die Teilnahme der Mitglieder gering. Ein wichtiges Thema war die geplante Isarrenaturierung im Münchner Norden, die der Isar mehr Wildflusscharakter zurückgibt, den Natur- und Hochwasserschutz stärkt und gleichzeitig die Erholungsmöglichkeiten der Isarauen auch für uns Garchinger aufwertet. Besprochen wurden u.a. auch: Der Aufbau des Wildtiermanagement "Große Beutegreifer" (Wolf, Bär, Luchs) im Alpenraum, der Management- und Besucherlenkungsplan für das FFH-Gebiet "Fröttmaninger Heide", die Naturschutzrisiken und die Beeinträchtigungen im Erholungsgebiet zwischen Garchinger und Echinger See durch das neue Kieswerk, die Mitarbeit bei der Hochlagenauf-forstung und die Bachpflege. Auch die Problematik des Brennerbasistunnels wurde diskutiert.

Umweltfreundliche Anreise
Im ablaufenden Jahr wurden wieder einige Gemeinschaftstouren mit öffentlichen Verkehrsmitteln angefahren. Vorbildlich hat die Familiengruppe unter Resi Gehrer wie im Vorjahr nahezu alle Ausflüge mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchgeführt.

Praktischer Naturschutz
Auch in diesem Jahr fand die Hochlagenaufforstung, die der DAV mit dem Forst seit Jahren erfolgreich organisiert, eine starke Unterstützung durch unsere Sektionsmitglieder Hans Ströl, Hans Wien, Renate Saffert und Gerhard Höppner. Für Hans Ströl und für Hans Wien war es die zehnte Mitarbeit. In steiler Hanglage am Grüneck bei Kreuth am Tegernsee wurden unter schwierigsten Bedingungen eine Woche lang junge Kiefern, Tannen, Lärchen und Fichten zur Bergwaldverjüngung und zum Lawinen- und Hochwasserschutz gepflanzt.

Bachpatenschaft
Die Bachpflegearbeiten erfolgten in vielen Arbeitseinsätzen mit insgesamt rund 70 Arbeitsstunden. Da die Bäche durch eine Vielzahl von Problemen (z.B.Abflussdrosselungen bei Baumaßnahmen im Englischen Garten) in einem bisher nicht gekannten Ausmaß trocken bzw. teilweise trocken fielen (insgesamt mehrere Monate im Jahr 2008), mussten sie häufiger begangen werden.

Fachtagungen, Fortbildung Vortrag, Exkursionen
Isabella Barbagallo nahm für die Sektion an der Tagung zur Zukunft der Fröttmaninger Heide teil. Christof Thron besuchte die 3-tägige Tagung des Alpenvereins "Wege zum Alpenschutz" in Rosenheim. Ein Fortbildungsworkshop des DAV wurde vom Naturschutzreferenten besucht. Ebenso erfolgte die Mitarbeit im Fachbeirat des Heideflächenvereins. Ein Diavortrag zeichnete die Stationen der nun siebenjährige Bachpatenschaft der Sektion nach. Naturkundliche Wanderungen wurden heuer nicht angeboten, da in der Vergangenheit wenig Interesse von Teilnehmern bestand.

Zusammenarbeit
Sie konzentrierte sich auf gemeinsame Arbeiten mit den Vereinen vor Ort und auf den Heideflächenverein.
Die Zusammenarbeit mit der Stadt Garching litt wie in den früheren Jahren unter erschwerten Bedingungen So musste der Naturschutzreferent Informationen an die Stadt Garching über Störungen an den Bächen oft wiederholt melden. Auch die Einhaltung der Wiedergutmachungsverpflichtung, die das Landratsamt München und das Wasserwirtschaftsamt München-Freising der Stadt Garching am Mühlbach auferlegt hatten, musste angemahnt werden.
Informationen des DAV-Dachverbandes (genauer des Referats für Natur- und Umweltschutz) wurden in die Naturschutzarbeit der Sektion eingebracht. Christof Thron widmete sich im Bundesausschuss des DAV sektionsübergreifenden Naturschutzfragen, engagierte sich im Führungsteam der Umweltkampagne 2008 "WasSerleben" und bot mehrere Bergwanderungen zum Thema Gletscher an.

Stellungnahmen
Die Sektion wurde nicht am Raumordnungsverfahren des neuen Kieswerks beteiligt, obwohl die Beteiligung nötig und gewünscht war. Ein komplizierter Verfahrensweg zur Beteiligung der Sektion erforderte die ausdrückliche Beauftragung des Dachverbands durch den Sektionsvorstand und die Einschaltung der Regierung von Oberbayern durch den Dachverband. Da jedoch zwischen-zeitlich die Abgabefrist überschritten war, scheiterte die Teilnahme der Sektion am Verfahren auch an bürokratischen Vorgaben innerhalb des Alpenvereins. Durch die Konzentration der Naturschutz-arbeit des Dachverbands auf Kerngebiete (z.B.Bergregionen), leidet die Unterstützung des Natur-schutzes in Nichtkerngebieten, wie der Münchner Norden, immer wieder.

Dank
Der Naturschutzreferent dankt herzlich allen Mitarbeitern für die geleistete Arbeit und der Vorstandschaft für ihre vertrauensvolle Begleitung der Naturschutzarbeit. Peter Martin


Fenster der Erdgeschichte:
Geotope


Sie sind erdgeschichtliche Einzelschöpfungen der unbelebten Natur ("geologische Naturdenkmale"), die für die Heimat- und Naturkunde und mehr noch für die Forschung, Lehre und Wissenschaft wichtige Dokumente und Anschauungsobjekte darstellen. "Highlights" im Alpenrand sind beispielsweise die Mittenwalder Buckelwiesen, das Bergsturzgelände am Eibsee unterhalb der Zugspitze, die Bachschluchten der Höllental- und Partnachklamm bei Garmisch, die Eiszerfalllandschaft der Osterseen oder die Lainbachfälle bei Benediktbeuern. Bayernweit sind weit rund 2800 Geotope im Bayerischen Geotopkataster erfasst. Der Münchner Raum ist spärlich vertreten. Immerhin gehören im südlichen Landkreis die Kletterfelsen bei Buchenhain und der Georgistein in der Isar dazu.
Geotope sind landschaftsprägend und stellen meist wertvollste Lebensräume dar. Sie fallen in der Regel dennoch nicht unter das Naturschutzrecht. D.h.sie sind in Einzelfällen dann geschützt, wenn ihre Umgebung aus anderen Gründen (z.B.Schutz der Flora der Mittenwalder Buckelwiesen) unter Naturschutz steht.
Wer mehr wissen möchte: Das Bayerische Landesamt für Umwelt (Fachbereich Boden und Geologie) hat kürzlich den Sonderband "Geotope in Oberbayern – Erdwissenschaftliche Beiträge zum Naturschutz" herausgegeben. Weitere Bände gibt es für Niederbayern, Oberpfalz und Mittelfranken. Peter Martin


Geoparks sind Fremdenverkehrskonzepte

Geoparks sind größere Gebiete, die eine hohe Anzahl von Geotopen aufweisen. Allerdings, nicht der wissenschaftliche Aspekt steht im Mittelpunkt, auch nicht der Naturschutz. Vielmehr geht es um Tourismusförderung. So soll das wachsende Interesse der Öffentlichkeit an erdgeschichtlichen und heimatkundlichen Themen, das sehr positiv zu bewerten ist, wirksam für den Fremdenverkehr eingesetzt werden.
Wichtig ist, dass ein Geopark kein Sammelsurium von allerlei geologischen und naturkundlichen Themen bietet, sondern den individuellen, geologischen Charakter einer Region vorstellt. Wichtig sind auch Schutzmaßnahmen der einzelnen Geotope. Denn mit dem Ansteigen des Tourismus sind die Geotope wie auch ihre individuellen Lebensräume gefährdet. Die zeitlich befristeten Prädikate "Nationaler Geopark" oder "Europäischer Geopark" werden u.a. nur verliehen, wenn das Tourismuskonzept auch den wirksamen Schutz einschließt.
Geoparks bei uns sind beispielsweise das "Nördlinger Ries" (Meteoriteinschlagskrater), die Mecklenburgische Seenplatte (Eiszeitzeugnisse) oder die Eifel (Vulkanregion). Ein Beispiel aus den Alpen: das Adamello-Brenta-Gebiet. Peter Martin


Jo Saffert 06.12.2009