Inhalt:
Bericht des Naturschutzreferenten für das Jahr 2008
Treffen der Umweltgruppe
Vier Besprechungen fanden wie in den Vorjahren statt. Leider war die Teilnahme
der Mitglieder gering. Ein wichtiges Thema war die geplante Isarrenaturierung im
Münchner Norden, die der Isar mehr Wildflusscharakter zurückgibt, den Natur- und
Hochwasserschutz stärkt und gleichzeitig die Erholungsmöglichkeiten der Isarauen
auch für uns Garchinger aufwertet. Besprochen wurden u.a. auch: Der Aufbau des
Wildtiermanagement "Große Beutegreifer" (Wolf, Bär, Luchs) im Alpenraum, der
Management- und Besucherlenkungsplan für das FFH-Gebiet "Fröttmaninger Heide",
die Naturschutzrisiken und die Beeinträchtigungen im Erholungsgebiet zwischen
Garchinger und Echinger See durch das neue Kieswerk, die Mitarbeit bei der
Hochlagenauf-forstung und die Bachpflege. Auch die Problematik des
Brennerbasistunnels wurde diskutiert.
Umweltfreundliche Anreise
Im ablaufenden Jahr wurden wieder einige Gemeinschaftstouren mit öffentlichen
Verkehrsmitteln angefahren. Vorbildlich hat die Familiengruppe unter Resi Gehrer
wie im Vorjahr nahezu alle Ausflüge mit öffentlichen Verkehrsmitteln
durchgeführt.
Praktischer Naturschutz
Auch in diesem Jahr fand die Hochlagenaufforstung, die der DAV mit dem Forst
seit Jahren erfolgreich organisiert, eine starke Unterstützung durch unsere
Sektionsmitglieder Hans Ströl, Hans Wien, Renate Saffert und Gerhard Höppner.
Für Hans Ströl und für Hans Wien war es die zehnte Mitarbeit. In steiler
Hanglage am Grüneck bei Kreuth am Tegernsee wurden unter schwierigsten
Bedingungen eine Woche lang junge Kiefern, Tannen, Lärchen und Fichten zur
Bergwaldverjüngung und zum Lawinen- und Hochwasserschutz gepflanzt.
Bachpatenschaft
Die Bachpflegearbeiten erfolgten in vielen Arbeitseinsätzen mit insgesamt rund
70 Arbeitsstunden. Da die Bäche durch eine Vielzahl von Problemen (z.B.Abflussdrosselungen
bei Baumaßnahmen im Englischen Garten) in einem bisher nicht gekannten Ausmaß
trocken bzw. teilweise trocken fielen (insgesamt mehrere Monate im Jahr 2008),
mussten sie häufiger begangen werden.
Fachtagungen, Fortbildung Vortrag, Exkursionen
Isabella Barbagallo nahm für die Sektion an der Tagung zur Zukunft der
Fröttmaninger Heide teil. Christof Thron besuchte die 3-tägige Tagung des
Alpenvereins "Wege zum Alpenschutz" in Rosenheim. Ein Fortbildungsworkshop des
DAV wurde vom Naturschutzreferenten besucht. Ebenso erfolgte die Mitarbeit im
Fachbeirat des Heideflächenvereins. Ein Diavortrag zeichnete die Stationen der
nun siebenjährige Bachpatenschaft der Sektion nach. Naturkundliche Wanderungen
wurden heuer nicht angeboten, da in der Vergangenheit wenig Interesse von
Teilnehmern bestand.
Zusammenarbeit
Sie konzentrierte sich auf gemeinsame Arbeiten mit den Vereinen vor Ort und auf
den Heideflächenverein.
Die Zusammenarbeit mit der Stadt Garching litt wie in den früheren Jahren unter
erschwerten Bedingungen So musste der Naturschutzreferent Informationen an die
Stadt Garching über Störungen an den Bächen oft wiederholt melden. Auch die
Einhaltung der Wiedergutmachungsverpflichtung, die das Landratsamt München und
das Wasserwirtschaftsamt München-Freising der Stadt Garching am Mühlbach
auferlegt hatten, musste angemahnt werden.
Informationen des DAV-Dachverbandes (genauer des Referats für Natur- und
Umweltschutz) wurden in die Naturschutzarbeit der Sektion eingebracht. Christof
Thron widmete sich im Bundesausschuss des DAV sektionsübergreifenden
Naturschutzfragen, engagierte sich im Führungsteam der Umweltkampagne 2008 "WasSerleben"
und bot mehrere Bergwanderungen zum Thema Gletscher an.
Stellungnahmen
Die Sektion wurde nicht am Raumordnungsverfahren des neuen Kieswerks beteiligt,
obwohl die Beteiligung nötig und gewünscht war. Ein komplizierter Verfahrensweg
zur Beteiligung der Sektion erforderte die ausdrückliche Beauftragung des
Dachverbands durch den Sektionsvorstand und die Einschaltung der Regierung von
Oberbayern durch den Dachverband. Da jedoch zwischen-zeitlich die Abgabefrist
überschritten war, scheiterte die Teilnahme der Sektion am Verfahren auch an
bürokratischen Vorgaben innerhalb des Alpenvereins. Durch die Konzentration der
Naturschutz-arbeit des Dachverbands auf Kerngebiete (z.B.Bergregionen), leidet
die Unterstützung des Natur-schutzes in Nichtkerngebieten, wie der Münchner
Norden, immer wieder.
Dank
Der Naturschutzreferent dankt herzlich allen Mitarbeitern für die geleistete
Arbeit und der Vorstandschaft für ihre vertrauensvolle Begleitung der
Naturschutzarbeit. Peter Martin
Fenster der Erdgeschichte:
Geotope
Sie sind erdgeschichtliche Einzelschöpfungen der unbelebten Natur ("geologische
Naturdenkmale"), die für die Heimat- und Naturkunde und mehr noch für die
Forschung, Lehre und Wissenschaft wichtige Dokumente und Anschauungsobjekte
darstellen. "Highlights" im Alpenrand sind beispielsweise die Mittenwalder
Buckelwiesen, das Bergsturzgelände am Eibsee unterhalb der Zugspitze, die
Bachschluchten der Höllental- und Partnachklamm bei Garmisch, die
Eiszerfalllandschaft der Osterseen oder die Lainbachfälle bei Benediktbeuern.
Bayernweit sind weit rund 2800 Geotope im Bayerischen Geotopkataster erfasst.
Der Münchner Raum ist spärlich vertreten. Immerhin gehören im südlichen
Landkreis die Kletterfelsen bei Buchenhain und der Georgistein in der Isar dazu.
Geotope sind landschaftsprägend und stellen meist wertvollste Lebensräume dar.
Sie fallen in der Regel dennoch nicht unter das Naturschutzrecht. D.h.sie sind
in Einzelfällen dann geschützt, wenn ihre Umgebung aus anderen Gründen (z.B.Schutz
der Flora der Mittenwalder Buckelwiesen) unter Naturschutz steht.
Wer mehr wissen möchte: Das Bayerische Landesamt für Umwelt (Fachbereich Boden
und Geologie) hat kürzlich den Sonderband "Geotope in Oberbayern –
Erdwissenschaftliche Beiträge zum Naturschutz" herausgegeben. Weitere Bände gibt
es für Niederbayern, Oberpfalz und Mittelfranken.
Peter Martin
Geoparks sind Fremdenverkehrskonzepte
Geoparks sind größere Gebiete, die eine hohe Anzahl von Geotopen aufweisen.
Allerdings, nicht der wissenschaftliche Aspekt steht im Mittelpunkt, auch nicht
der Naturschutz. Vielmehr geht es um Tourismusförderung. So soll das wachsende
Interesse der Öffentlichkeit an erdgeschichtlichen und heimatkundlichen Themen,
das sehr positiv zu bewerten ist, wirksam für den Fremdenverkehr eingesetzt
werden.
Wichtig ist, dass ein Geopark kein Sammelsurium von allerlei geologischen und
naturkundlichen Themen bietet, sondern den individuellen, geologischen Charakter
einer Region vorstellt. Wichtig sind auch Schutzmaßnahmen der einzelnen Geotope.
Denn mit dem Ansteigen des Tourismus sind die Geotope wie auch ihre
individuellen Lebensräume gefährdet. Die zeitlich befristeten Prädikate
"Nationaler Geopark" oder "Europäischer Geopark" werden u.a. nur verliehen, wenn
das Tourismuskonzept auch den wirksamen Schutz einschließt.
Geoparks bei uns sind beispielsweise das "Nördlinger Ries" (Meteoriteinschlagskrater),
die Mecklenburgische Seenplatte (Eiszeitzeugnisse) oder die Eifel
(Vulkanregion). Ein Beispiel aus den Alpen: das Adamello-Brenta-Gebiet.
Peter Martin
Jo Saffert 06.12.2009