DAV Garching

Touren- und Veranstaltungsberichte
Sommer 2002


Rainer Baumgartner: Rund um die Martin-Busch-Hütte, 06.-09.April 2002
Tourenführer: Fred Kerle
Teilnehmer: Karl-Heinz, Monika, Gerhard, Werner, Mercia, Carmen, Josef, Rainer

Die Schönwetterperiode hielt schon seit einer Woche vor Ostern. Die Teilnehmer der Stubaidurchquerung hatten davon profitiert. Würde das Wetter auch für die vier Tourentage rund um die Martin-Busch-Hütte halten? Als wir nach drei Stunden Fahrt in Vent die Felle aufzogen, lachte uns die Sonne jedenfalls noch entgegen. Beim elendig-langen und flachen Hüttenanstieg grüßte uns der Similaun, unser Ziel für den nächsten Tag, mit seiner wilden Nordwand. Immer länger zog sich das Tal dahin, die Füße schmerzten schon vom flachen Dahingehen; immer wieder appere Stellen - Ski an/aus - unwegsame Lawinenkegel und die Hütte wollte und wollte nicht ins Sichtfeld rücken. Doch nach der nächsten Kurve müsste man sie ja sehen! Wieder nicht!

Schließlich erreichten wir nach 3 Stunden und 650 hm die Martin-Busch-Hütte. Nur kurz rasteten wir, bezogen die Zimmer und legten die Gletscherausrüstung ab, die wir für unseren Ausgeher auf den Saykogel nicht benötigten. Schon beim Hüttenanstieg hatten uns die Traumhänge mit den Abfahrtsspuren angelacht. Mühsam aber zielstrebig kämpften wir uns nach oben. Dort die Belohnung: Herrlicher Rundblick, phantastisches Ötztalpanorama, unsere Ziele der nächsten Tage: Hintere Schwärze und Similaun konnten wir bestens einsehen, die Finailspitze zum Greifen nah und sogar das Ötzi-Denkmal konnten wir vom Hauslabkogel aus erkennen. Bei der Abfahrt hielten die Traumhänge, was sie versprachen - zumindest im oberen Teil.

Der Abend nach dem anstrengenden 1550 hm Tag auf der sehr vollen Martin-Busch-Hütte war geprägt von Vorfreude auf den nächsten Tag. Dieser begrüßte uns wieder mit strahlendem Sonnenschein - der Wettergott war uns gnädig! Trotz Sonne war es aber ziemlich kalt, als wir uns überpünktlich - um kurz vor acht - auf den Weg zum Niederjochferner machten. Dort führte uns eine elegant gelegte Spur über die gleichmäßig geneigten Hänge bis zum Steilhang unter dem Gipfelgrat. Manche legten schon hier die Steigeisen an, andere gingen mit den Skiern fast bis zum Gipfel - je nach Gusto. Alle erreichten wir jedoch problemlos den Similaungipfel und konnten uns eines Panoramas erfreuen, welches sogar das vom Vortag in den Schatten stellte; ganz klar und scharf, vor stahlblauem Himmel: Im Osten die Zillertaler, die Dolomiten mit Sella, Marmolata, Langkofel. Im Süden ragen Adamello, Cevedale, Königspitze und Ortler auf, im Westen die Bernina. Von den Zacken und Graten der Ötztaler ganz zu schweigen. Locker schwebten wir die "Idealhänge" hinunter, um wieder für den Ausgeher aufzufellen. Das Ziel für die zusätzlichen 150 Höhenmeter konnte lohnender nicht sein: Die "Skitourengeher-Jet-Set-Bar" lockte zum Apres-Ski. Einige genossen traditionell Rotwein, die anderen Bier auf der Similaunhütte.

Abends spekulierten wir über das Wetter des nächsten Tages. Um auf die Hintere Schwärze zu gelangen, würden wir den spaltenreichen Marzellferner überqueren müssen - dazu braucht man einwandfreie Sicht.

Der Blick aus dem Fenster am Morgen darauf war zu benebelt, um über den Ferner zu gehen. Daher beschloss Fred erstmal zum Ötzi-Denkmal aufzusteigen und, falls es aufreißt, die Finailspitze zu machen. So stapften wir durch Nebel und Sturm, spekulierend ob Ötzi damals seine letzte Gletscherwanderung auch bei so einem Wetter unternahm. Dem Ötzi wurde jedenfals ein Denkmal gesetzt, welches wir als Brotzeitplatz auserkoren hatten. Dort lichtete sich dann auch die Wolkendecke und der Wind wurde schwächer, was Fred dazu ermutigte die Finailspitze anzugehen. Hierzu teilte sich die Gruppe; die Gemütlichen machten sich auf zur Similaunhütte, der Rest ging den Berg an. Steil, verschneit und ausgesetzt ist der Gipfelgrat der Finailspitze; Pickel und Steigeisen leisteten ihre guten Dienste. Leider zog es wieder etwas zu und der belohnende Ausblick war uns nur eingeschränkt gewährt. Dafür konnte sich später jeder in der Rotweinhütte selbst belohnen. Nach einem gemütlichen Beisammensein in der urigen Gaststube machten wir uns auf den Heimweg. Inzwischen war es etwas ruhiger geworden auf der Martin-Busch-Hütte. Wahrscheinlich lag es am immer unstabiler werdenden Wetter, dass viele abstiegen bzw. gar nicht erst herauf kamen. Auch für uns stellte sich die Frage, was wir am nächsten (und letzten) Tag unternehmen könnten.

Fred entschloss sich die Kreuzspitze anzugehen. Am Morgen war es nebelig und auch geschneit hatte es recht nass. Unsere Spurmaschine Karl-Heinz machte uns den Aufstieg jedoch leicht. Die Orientierung wurde wegen des Nebels immer schwieriger und so wechselten wir unser Ziel. Bei der Abfahrt vom Kreuzjoch holte sich so mancher eine Schramme im Belag, da die Neuschneedecke sehr dünn auf den vormals ausgeaperten Südhängen lag. An der Hütte nahmen wir unser restliches Gepäck auf und machten uns auf den langen Weg aus dem Tal heraus. Normalerweise sind Abfahrten von Hütten nicht sehr anstrengend; nicht aber dieser flache, teils ausgeaperte Weg. Und so waren wir schließlich froh, in Vent anzukommen. Vor der langen Heimreise gingen wir noch einen heben und tauschten die Erfahrungen und Erinnerungen der vergangenen Tage aus. Ich bedanke mich beim Tourenführer Fred und den anderen Teilnehmern für die schönen Tage!


Reinhard Drube: Mittenwalder Buckelwiesen. Botanische und geologische Wanderung am 27.04.2002
Sektionsprogramm zum Internationalen Jahr der Berge

Schon zu Beginn dieses als "Naturkundliche Wanderung" angekündigten Ausflugs in die hügelige Landschaft zwischen Klais und Mittenwald, stießen wir auf Römische Spuren. Vom Bahnhof Klais aus, dem höchstgelegenen Intercity-Bahnhof Deutschlands, wohin uns der Regionalzug mit seinen 1435mm Spurweite brachte, führte uns der Weg schon bald über die schmalere Spurweite von etwa 1070mm einer gut erhaltenen Römerstraße. Daneben begrüßten uns auf den Wiesen, die schon bei den Römern als "primula" bezeichneten Frühlingsblumen, also die "kleinen Ersten".

Im Lauf des Tages durften wir alle endlich auch den Unterschied zwischen der Primula eliator und der Primula veris lernen.

Kurz danach verengte sich unsere Spurweite nochmals auf die Breite von zwei nebeneinander stehenden Füßen. Als aus zwanzig Gliedern bestehende Raupe tasteten wir uns hintereinander her mit (weitgehend) geschlossenen Augen durch die ersten Wiesenbuckel auf den Buckelwiesen - ein interessantes Erlebnis, den Boden unter den Füßen nicht nur zu betreten, sondern auch zu fühlen. Das Erfühlen des Bodens fiel natürlich um so leichter, je dünner die Schuhsohlen waren, und so wurde im Nachhinein verständlich, warum auf dieser Wanderung nicht alle Beteiligten mit Wanderschuhen unterwegs waren und beim Auf und Ab über die teilweise doch recht steilen Buckel auch den Einsatz ihrer Backenbremsen mit einkalkuliert hatten.

Im Lauf des Tages wurden wir dann von unseren bestens präparierten Führern Christof und Peter in das sensible Gleichgewicht dieser besonderen Landschaftsform eingeführt und wir verstanden dann auch anhand einiger Beispiele, wie schnell dieses geologische und botanische Kleinod bei fehlender Pflege nicht nur verbuscht, sondern auch unwiederbringlich verpfuscht werden kann.


Peter Heidl: Wildalpjoch (1720m) (30.Mai 2002)

Peter Martin rief und alle kamen.... Gott sei Dank nicht wirklich alle, aber immerhin 14 Wanderer versuchten, sich im Hochmoor am Fuße des Wildalpjochs umweltverträglich zu verhalten und trotzdem einen Blick auf die Mooraugen zu erhaschen. Hochmoore, die per Definition nur von Regenwasser gespeist werden, sind im grundwasserreichen Gebirge eine Seltenheit. Auch sind sie meist wenig stabil. Die Rissstellen füllen sich mit Wasser und bilden die unregelmäßig geformten dunklen Mooraugen. Der Stille und dem melancholischen Reiz dieses kleinen, verborgenen Biotops konnten wir uns nicht entziehen.

Sehr beeindruckt stiegen wir Gipfel wärts. An einer großen, hellen Kalksteinwand waren viele Vertiefungen mit Aurikeln besetzt. Wir hatten Glück: alle standen noch in voller Blüte. Am Gipfel blickten wir nicht nur auf die bedrohlichen Wolken über uns, sondern auch auf die Formationen des Wettersteinkalks rings um uns. An einigen Stellen waren rotbraune Juraschichten eingepresst. Peters geschulter Blick erkannte die Absenkung der Schichten und deren Wiederauftauchen in der gegenüberliegenden Salwand. Die Vorstellung, welche gewaltigen tektonischen Kräfte erforderlich waren, um derartige Stauchungen zu bewirken, beeindruckt immer wieder aufs Neue. Das botanische Interesse wurde ebenfalls reichlich bedient. Von der herzblättrigen Kugelblume über verschiedene Knabenkräuter bis zum weißen Waldvögelein wurde vieles geboten.

Nachdem am Nachmittag die Sonne die Oberhand gewonnen hatte, konnten wir in Geitau im Freien sitzend den erlebnisreichen Tag bei Kaffee und Kuchen noch einmal Revue passieren lassen.


Traudl Verbeek: Bergwanderung in den Allgäuer Alpen (14. und 15. Juli 2002)

Diese Tour war im Jahr zuvor schon einmal geplant. Da wir aber damals übers Wochenende in der Schwarzwasserhütte keinen Platz bekamen, war sie in diesem Jahr von Sonntag auf Montag ausgeschrieben. Ideal für Rentner!

Es war dann auch sehr angenehm auf dieser Hütte. Wir 9 Leute von unserer Sektion waren fast allein dort und logierten in 5 Zweibettzimmern mit fließendem Wasser kalt und warm. Nur das Wetter wollte nicht so, wie wir es uns wünschten. Ganz Allgäu war vom Nebel eingehüllt. Da es aber nicht regnete, machten wir uns nach der Wanderung von Riezlern zur Hütte am Nachmittag auf zu der vorgesehenen Hüttenumrahmung: Zum Grünhorn und am Grat weiter zum Steinmannl. An diesem Grat hieß es "Nur für Geübte" und wir mussten / durften ganz schön turnen und vielleicht war es manchmal gut, dass uns der Nebel nicht sehen ließ, wo wir bei einem Fehltritt landen würden. Es hat jedenfalls Spaß gemacht.

In der Nacht regnete es und am Morgen sahen wir wieder nur die nächste Umgebung. Unsere Wanderung zum Hohen Ifen (2230m) war trotzdem sehr schön. Vielleicht befassten wir uns, weil wir die Berge nicht sehen konnten, viel mehr mit der nächsten Umgebung. Und das waren die Blumen! Das Allgäu ist ja berühmt für seinen Blumenreichtum. Wir hatten sie am Vortag schon bewundert. Ganze Hänge standen voll mit Türkenbund. Das hatte ich so noch nie gesehen. Prachtvoll waren sie alle: Purpur-, Tüpfel- und Gelber Enzian, Allermannsharnisch, Ferkelkraut, Traubensteinbrech, Gold-Pippau und die verschiedenen Knabenkräuter und, und ...... Manch seltene Blume konnten wir nur mit dem Blumenbuch bestimmen.

Leider blieb uns der Nebel auch am Hohen Ifen treu und wir sahen gerade das Gipfelkreuz. Eigentlich wollten wir über das Gottesackerplateau absteigen. Aber der Hüttenwirt warnte uns. Das wäre bei Nebel zu gefährlich. (Es soll da Löcher und Spalten geben, in die man reinfallen kann, wenn man nicht genug sieht. Oder schubst die Nebelhexe unaufmerksame Bergsteiger rein? Vielleicht deswegen der Name Gottesacker.) So stiegen wir über die Ifenhütte zur Auenhütte ab. Bei der Kaffeepause an der Ifenhütte traute sich die Sonne raus und wir sahen den Berg, auf dem wir waren!


Gerhard Zöllner: Wer sein Radl - oder sein Leben - liebt, der schiebt
Mountainbike - Minitransalp am 20. - 21. Juli 2002

Kaum zu glauben: wir trafen uns zu acht auf einer Mountainbiketour des DAV Garching. Mit Carmen, Josef, Harry, Karl-Heinz, Mercia, Peter, Werner waren wir eine ausgesprochen starke Truppe, die sich da am Samstag um 9.00h im Obernbergtal auf der Nordseite des Brenner traf. Ich war gut vorbereitet: das Roadbook aus dem neuen Transalpbuch von U. Stanciu sollte unser Wegweiser sein, das Quartier in der Enzianhütte war gebucht, die Rückfahrt mit dem Zug recherchiert..... und das gute Wetter bestellt.

Wir hatten uns gerade auf der Forststraße zur Sattelbergalm so richtig warm gefahren, als der Weg schmäler wurde und die Landesgrenze mit einem heute schon fast alltäglichen Schild "Radfahren verboten" und "Privatgrund" auf italienischer Seite verziert war. Nach kurzer Beratung und durch die vielen anderen Mountainbikefahrer ermutigt, getrauten wir uns einfach weiterzufahren. Doch plötzlich bildete sich eine Traube von MB-Fahrern an einem mitten im Weg stehenden Jeep mit davor aufgebäumtem, grantelndem Südtiroler Bauern. Trotz eindeutiger Überzahl hatten wir nicht vor, dem Faustrecht seine Geltung zu verschaffen, und kehrten deshalb brav um. Wir überließen den Bauern seinem in Anbetracht der gewiss unendlichen Anzahl kommender Mountainbiker fast sicheren Herzinfarkt. Der Preis für unsere Großmut war eine einstündige Schiebestrecke auf einem Wanderweg bergaufwärts bis zur angepeilten Brennergrenzkammstraße. Das erste Mal war es anders gekommen als geplant. Zerfallene Bunker zeugten von dem nicht ganz friedlichen Zweck der Straßenanlage aus der Zeit vor dem 1.Weltkrieg. Für uns war es Spitze, in 2000m ein langes Stück am Hang entlang zu cruisen und dann in vielen Serpentinen 700 hm ins Eisacktal abzutauchen. Die noch folgende Auffahrt zur Enzian-Hütte war dann fast schon Routine, obwohl wir insgesamt 1500 Höhenmeter an diesem Tag überwunden hatten. Ein geruhsamer Nachmittag vor der gemütlichen Hütte in der Sonne rundete den Tag vortrefflich ab. Gespannt warteten wir, einige auch mit etwas gemischten Gefühlen auf den morgigen Tag: wie ich aufmunternd zum besten gab, sollte dieser ja das Highlight der Tour enthalten, das vollständig fahrbare Pfunderer Joch über eine 1200hm starke Auffahrt aus dem Pfitschertal und eine 1800hm-Abfahrt ins Pustertal.

Gut ausgeruht machten wir uns am folgenden Tag um 8:00 Uhr auf den Weg. Das Schlüsseljoch (2212m) verschuf uns einen genialen Blick ins Pfitschertal mit den Zillertaler Gletscherbergen und, genauso wichtig, eine ebensolche Serpentinenabfahrt auf der alten Militärstraße, über deren Qualität, was die Befahrbarkeit betraf, die Meinungen etwas auseinander gingen.

Frisch gestärkt, wenn auch nicht in dem vielleicht ersehnten Wirtshaus, machten wir uns aus dem Pfitschertal heraus an den Hauptanstieg der Tour: eine Stunde toujours mit 14% Steigung auf steiniger Forststraße hoch - war ja für viele noch stimmig mit der angekündigten Befahrbarkeit der Route. Die Glaubwürdigkeit des Führers wurde jedoch stark beansprucht, als es dann nochmals über eine Stunde zu schieben galt - jedenfalls für uns - bis auf das Pfunderer Joch (2568m). Bei der Frage, ob das mountainbiken sei, trennten sich die Geister, auch in unserer Gruppe. Gleiches galt wohl auch für das erste Wegstück vom Joch nach Süden: herrlicher Trailpfad oder unbefahrbarer Hatsch? Auf den folgenden Forst- und später Verkehrsstraßen konnten wir aber alle wieder das Eintauchen in die Wärme des Pustertals genießen. Wer kommt sonst schon wie in einem Film in weniger als 2 Stunden von der Hochgebirgswelt in zwei ein halb tausend Meter ins milde, mit einem mediterranen Hauch versehene Pustertal auf 700m?

Wenigstens bei der Zugrückfahrt hatte der Führer nicht geschwindelt: pünktlich um 16 Uhr starteten wir in Brixen mit dem Zug zurück zum Brenner. Irgendwie hatten wir das Glück gepachtet: nur während unserer Zugfahrt und beim gemütlichen Ausklang im Dorfwirtshaus in Vinaders regnete es. Ich hoffe, es haben alle so gesehen!


Monika Weiß-Vogtmann: Berner Oberland:  vom Rosenlaui zum Grimselsee (11.-16. September 2002)

Vier Teilnehmer aus der Mitgliedergruppe "rüstige Rentner" trafen sich am Professor-Angermair-Ring zur Rucksackgewichtskontrolle. Besser ist es, das Ergebnis nicht zu wissen, aber 5 Stunden Autofahrt bieten genügend Zeit den Inhalt dieses Monstrums gedanklich auf überflüssiges Gut zu durchforsten.

Über den Brüningpass erreichen wir Meiringen im Haslital. Berühmtester Gast war Sherlock Holms, der hier an den Reichenbach-Wasserfällen sein literarisches Ende nahm. Aber wir wollen noch hoch hinaus zum Kurhotel Rosenlaui in 1350m Höhe an der Verbindungsstraße Meiringen - Grindelwald. Ein Hotel, das mit dem Charme des 19.Jahrhunderts, knarrenden Dielen und vielen Antiquitäten für sich Reklame macht. Für 5 Sfr dürfen wir noch die Rosenlauiklamm besichtigen und unseren morgigen Anstieg inspizieren, bevor wir bei Kerzenschein ein viergängiges Menue genießen. Für Komfortreisen Gewöhnte eine Überlegung wert, statt Tour hier den Urlaub zu verbringen.

Nach opulentem Frühstück stand uns ein langer, schwieriger Aufstieg über einen Klettersteig und steilen Felsgrat bevor. Die Dossenhütte auf 2663m war nach 200m Aufstieg und für den Rest des Weges in Sicht. Wir stiegen entlang der Engelhörner und mit Blick auf die Abbrüche des zerklüfteten Rosenlaui-Gletschers unter dem Wetterhorn in 5 Stunden zur Dossenhütte auf. Der Blick war traumhaft, die letzten Sonnenstrahlen wärmten und am Abend gab es von der Hüttenwirtin ein Drei-Gänge-Menue bei Kerzenschein.

Andernmorgens geht es steil über den Dossenfirn hinauf zur Dossenscharte 3032m. Die Überschreitung des Dossenhorns schien nach den Schneefällen der letzten Woche zu schwierig, die leichtere Variante über brüchiges, schneebedecktes Geröll sah auch nicht verlockend aus. Eine Stimme ist strickt für Umkehren und Henning entscheidet: Statt wie geplant über Renfenjoch, Wetterlimmi und Gauligletscher die Gaulihütte über den Tal-abstieg zu erreichen. Kurz vor der Hütte setzte sich ein schwerer Block in Bewegung und klemmte Hennings Fuß ein. Nachdem alle Versuche scheiterten, den Stein zu bewegen, gelang es, den Schuh von unten zu entlasten und den Fuß aus dem Schuh zu befreien, und nachdem Marianne von der Hütte eine riesige Spitzhacke brachte, gelang es auch, den Schuh zu retten. Der Stein, der uns vom Herzen fiel, war riesig. Hennings Fuß wurde gekühlt, gewickelt und balsamiert, und der Weiterweg verschoben. Wir genossen einen zweiten Abend die grandiose Aussicht und die Waschgelegenheit draußen mit Gletscherblick - brrrr.

Sonne pur am nächsten Morgen. Hennings Fuß hatte die Ruhe gut getan und wir wagten den vierstündigen Abstieg durch abwechslungsreiches Gelände. Nach ausgiebiger Mittagsrast bei P.2460 m entschlossen wir uns die Tour fortzusetzen und zur Gaulihütte aufzusteigen. 3½ Stunden später waren die tibetanischen Gebetsfahnen der Hütte in Sicht, und wir bekamen noch ein bequemes Notlager unter'm Dach. Nach dem üblichen Drei-Gänge-Menue wurden Führer und Karte studiert, um noch einen Gipfel für den nächsten Tag zu finden: den Übergang zur Lauteraarhornhütte und weiter zum Grimselpass hatten wir aufgegeben. Nach den Erfahrungen vom Dossen schlug Henning das Ewigschneehorn (unschwierig) vor.

Am nächsten Morgen vor 7 Uhr, die Spitzen über den Gletschern wurden schon von der Sonne beleuchtet, war der Weg unser Ziel, aufwärts unter den Wänden des Chamliegg und auf einem kleinen Steig 150m abwärts zu den Ausläufern des Gauligletschers. Das Gurgeln des Wassers unter dem Eis, die tiefen Spalten und das klare grüne Gletscherwasser beeindruckten. Über einen Schuttausläufer erreichten wir den Grienbergligletscher und stiegen später am Seil entlang und über tiefe Spalten immer der Sonne entgegen. Das Farbenspiel war überwältigend und Hennings Kamera hart im Einsatz. Nach mühsamen 5 Stunden erreichten wir den Fuß des Gaulipasses. Abseilhaken und blaue Punkte führten nach oben. Es sah nicht so schwierig aus, aber die Zeit wurde knapp. Gerhard rechnete: An- und Abseilen, Steigeisen an und aus - mindestens 1½ Stunden bis auf den Grat und zurück. Henning ließ sich überreden und bereute es. Der Blick auf die andere Seite blieb uns so verborgen. Ich kann nur noch W. Pause anführen "..einen der stärksten Eindrücke des Bergsteigerlebens erfahren. Wie da Scheuchzerhorn, Finsteraarhorn, Lauteraarhörner etc. über der nackten Gletscherweite dieser Karakorumlandschaft stehen". Beim Abstieg ging der Blick immer wieder zurück. Licht, Sonne und Wolken zauberten immer wieder neue Kontraste - vielleicht gibt es beim Jahresabschluss einige der Dias zu sehen. Nach 11 Stunden waren wir wieder an der Hütte. Es hätte wohl gerade noch für den Pass gereicht, aber Sicherheit geht vor. Wir hatten die Hütte bis auf einen Gast allein. Gerhards Neugier wurde auch befriedigt, das Baby der Hüttenwirtin kommt im Dezember.

Der Abstieg über den Mattenalpsee war landschaftlich ein Genuss, der tief grüne Gletschersee, die mäandernden Bäche und der singende Hirte (ein Inder) auf der anderen Seite des Sees. Irgendwann waren wir wieder auf der Aufstiegsspur und an unserem Rastplatz, die Fahne der Dossenhütte grüßte noch zum Abschied herunter, die ersten Autos, und schon hatte uns die Erde wieder. Ein Taxi brachte uns nach Meiringen und Henning holt noch das Auto vom Rosenlaui. Leicht gestärkt und ungewaschen machen wir uns auf die Heimreise. Die Schweizer Hütten, die wir kennen lernten, sind bestens bewartet und gepflegt, die Hüttenwirte/innen freundlich, das Essen sehr gut, die Schweizer Bergführer stehen um 4 Uhr auf, aber waschen - das ist Luxus.


Guido Laschet: Sellrain - 4 Tage rund um die Dortmunder Hütte (1949m) (15.-18. August 2002)

Früh ging's los am 15. August, denn wir wollten die 4 Tage bergsteigerisch gut nutzen. neun Personen, verteilt auf 3 Autos fuhren über den Fernpass ins Kühtai. Einige der GefährtInnen kannten die Dortmunder Hütte bereits von Skitouren und wussten von einer "alten, bissigen" Hüttenwirtin und einer "zum Teil heruntergewirtschafteten" Hütte zu berichten. Umso angenehmer überrascht waren wir, als wir ein junges freundliches Wirtspaar und eine renovierte Hütte mit Pensionskomfort antrafen. Schnell waren die 2- und 3-Bett-Zimmer verteilt und schon trafen wir uns auf der Terrasse vor dem Haus zur ersten Tour. Unserem Führer war die Gegend fremd und so mussten wir irrtümlicherweise erst einmal 100 Hm absteigen um dann wieder zu unserem eigentlichen Toureneinstieg aufzusteigen. Nachdem dann der Orientierungssinn eingeschaltet war, stiegen wir über die Stockacher Böden (Pistenwiesen), an drei herrlichen Bergseen vorbei auf den Gipfelgrat zum Pirchkogel. Von hier aus ging es dann steil ansteigend auf den hervorragenden Aussichtsgipfel in 2828 Meter Höhe. Nach Rast und Vorüberlegungen für die nächsten Tage stiegen wir dann wieder ab zu unserer Hütte um den vorhandenen Komfort (warmes Wasser im Zimmer, Duschen) zu genießen.

Der 2. Tag war als Hochgebirgs-Rundwanderung geplant. Die Hochtäler Mittertal (Aufstieg) und Wörgetal (Abstieg) sind in über 2600 Meter durch den einsamen Theodor-Streich-Weg miteinander verbunden. Teilweise abenteuerlich und Klettersteig ähnlich durchschritten wir die Mittertaler-Scharte, stiegen auf schmalen Bändern entlang der Wörglgrat-Spitze auf die Große Windeggspitze (2644m). Immer wieder gönnten wir uns Pausen für die berauschend schönen Ausblicke nach beiden Seiten des Grates. Nach einer Pause, bei der Eckehart Rotwein im großen Weinkelch reichte, ging es weiter auf den Gipfel des Wetterkreuzkogel (2591m), mit seinem einzigartigen dreibalkigen Wetterkreuz. Beim Abstieg durch das Wörgetal stellten wir fest, dass jedes Tal seine ganz eigene Persönlichkeit hat und zufrieden mit der Fülle der Naturerlebnisse an diesem Tag erreichten wir unser Basislager.

Der 3. Tag führte uns auf den höchsten Gipfel des Kühtai, den mit 3016 Meter hohen Sulzkogel. Der Weg beginnt direkt gegenüber den Dortmunder Hütte und führt, konstant ansteigend in Kehren bis an den Fuß der Staumauer. Ein beschaulicher Gang um den halben Finstertaler Speichersee, ein mäßig anstrengender Aufstieg über sonnenbeschienene Blockhalden, ein kleines Schneefeld, ein ohne Schwierigkeiten auf den Gipfel leitender Gratrücken und ein umfassendes Gipfelpanorama sind die bleibenden Eindrücke dieses Tourentages.

Auch den 4. Tag wollten wir mit einem Gipfel krönen und bestiegen, auch auf Empfehlung des Hüttenwirtes, den Gaißkogel (2820m). Also wieder rauf zur Staumauer und von hier rüber zur 3-Seen-Hütte. Von hier aus leitete uns die Markierung zuerst, mühsam ein Geröllfeld in Serpentinen ersteigend, in die Gaißkogel-Scharte. Nun stiegen wir entlang des Südrückens über Wiesen, Felsblöcke und leichter Kletterei zum Gipfelkreuz, wo uns wieder eine fantastische Aussicht beschert wurde. Entlang der Aufstiegsspur stiegen wir zur Hütte ab, wo wir uns ein letztes Mal auf der Terrasse niederließen.

Es waren vier schöne Bergtage. Sie begannen um 06.30 Uhr, ab 07.00 Uhr war das reichhaltige Frühstücks-Buffett eröffnet und um 08.00 Uhr ging's los auf Tour. Wir nahmen uns Zeit für die Schönheiten der Natur und für ausgiebige "Meditations"-Pausen. Der Abstieg verlief häufig ungeordnet, da sich Resi und Eckehart immer wieder Rennen lieferten, bei denen bis zum Ende unklar blieb, wer GewinnerIn war.

Nach dem obligatorischen Ende-der-Tour-Treffen auf der Terrasse bei Cappuccino, Eis oder Bier entwickelten manche TeilnehmerInnen einen echten sportlichen Ehrgeiz darin, mit einer Duschmarke möglichst viele Körper zu reinigen - der Rekord steht bei drei Personen. Zum gemeinsamen Abendessen trafen wir uns an unserem festen Tisch und die anschließenden abendlichen Gespräche führten uns in die Niederungen der Politik, in die Höhen der persönlichen Bergerlebnisse und zur Kunst des Witzeerzählens, die von Resi besonders beherrscht wird.

Die Highlights des Tages besprachen wir am Abend und wurden vom "freiwillig benannten" Tourenberichtschreiber festgehalten. Da diese Anekdotensammlung verloren ging, hoffe ich, durch diesen "Rumpf"-Bericht die Erinnerungen jedes einzelnen Teilnehmers wieder belebt zu haben.


Werner Bannert: Verwalldurchquerung vom 31. August - 6.September 2002

Unter Führung von Manfred ging es von Pettau am Arlberg in drei Stunden zur Edmund- Graf-Hütte, dem Startpunkt unserer Verwalldurchquerung. Der Hohe Riffler überragte das ganze Panorama. Die Hütte war bis auf den letzten Platz belegt.

Am nächsten Tag stiegen wir bei feuchtem und nebligem Wetter zur Schmalzgrubenscharte auf. Der hohe Riffler hatte sich hinter Wolken versteckt. Vor uns eine geführte Gruppe mit ca. 30 Leuten, die das gleiche Ziel hatten. Nach einigen Anläufen gelang es uns, die Gruppe zu überholen. Es war doch angenehmer, unser gleichmäßiges Tempo zu gehen. Bereits um 12 Uhr waren wir auf der Niederelbhütte angelangt. Das Wetter war trübe, immer kleine Regenschauer. Kommt die große Gruppe auch? Dann wird es eng auf der Hütte. Deshalb beschlossen wir, einen Tag Vorsprung herauszulaufen.

Nach einer Stärkung gingen wir gleich zur Darmstädter Hütte über den Hoppe-Seyler-Weg, der uns nach ständigem Höhenwechsel in fünf Stunden ans Ziel brachte. Außer einer Schar Gemsen und drei entgegenkommenden Wanderern war auf der Strecke niemand unterwegs. Die Darmstädter Hütte auf dem Gegenhang kam wie eine Geisterburg immer wieder kurz aus dem Nebel heraus. Mit 1580 Höhenmetern nach neun Stunden war dies dann auch unsere Königsetappe. Andy, der lustige und immer freundliche Hüttenwirt, begrüßte uns per Handschlag. Er zollte uns großes Lob für unsere Leistung. Platz hatten wir jede Menge. Nach der Lagerbelegung ging es zum gemütlichen Teil über. Andy hatte für Resi und Co. einen Tisch mit Blick auf die abendliche Wolkenstimmung reserviert.

Dann bekamen wir den Begrüßungsschnaps persönlich. Der Wirt hatte ein beachtliches Namensgedächtnis: Selbst am nächsten Tag wusste er noch alle Vornamen der ganzen Gäste. Die Küche war ausgezeichnet, wir fühlten uns richtig wohl. Nach einem reichhaltigen Frühstück brachen wir um 8 Uhr auf. Es war sehr kühl, aber das Wetter wurde zusehends besser. Nach einer Stunde ging es über einen Sattel Richtung Kuchelferner. Eine einsame Wanderin machte uns auf den schwierigen Abstieg, der nun folgen sollte, aufmerksam.

Doch so sehr wir auch schauten, die Schwierigkeit kam einfach nicht. Na ja, "Sylter Sanddünen-Steilwandkletterer" haben halt eine andere Wertungsskala. Wir hatten wieder was zum Lachen. Auf dem Ludwig-Dürr-Weg kamen wir dann zu einer Schlüsselstelle, dem Kuchelferner. Einige Spalten mussten wir queren. Der Weg wird anscheinend, den Spuren nach, nicht sehr oft begangen. Der Rundblick auf die Küchl- und Kuchenspitze entschädigte uns für die Anstrengung. Über das Rautejöchle ging es dann hinab zur Friedrichshafner Hütte. Unterwegs konnten wir den reifen Blaubeeren nicht widerstehen. Den Tagesbedarf an Vitaminen hatten wir locker zu uns genommen. Das war eine der schönsten Etappen. Schöne Landschaft und gutes Wetter, was will man mehr.

Am nächsten Tag ging es auf den Friedrichshafner Weg. Vorbei an der Gaisspitze und dem Schrottenkopf waren wir nach 4 Stunden am Ziel. Am Nachmittag bestiegen wir den Stritenkopf, den Hausberg der Hütte.

Der vierte Tag war dann wieder eine lange Tagesroute. Über den Wormser Weg zur gleichnamigen Hütte. Prima Wetter mit Sicht ins Montafon und auf die Schweizer Bergwelt. Ein Steinadler kreiste nur 200m über uns. Die Thermik brachte ihn schnell nach oben. Auf diesem Weg konnten wir so richtig die Heidelbeeren genießen. Teilweise konnten wir uns zum Pflücken hinsetzen, so üppig war das Angebot. Nach gemütlichen 9 Stunden kamen wir an. Wieder ein erlebnisreicher Tag!

Nachdem das Wetter ausgezeichnet war, sind wir nicht, wie geplant, nach Schruns abgestiegen, sondern durch das malerische Silbertal zur Konstanzer Hütte marschiert. Vorbei an dunklen Seen und bunten Herbstwäldern. Die Almen entlang der Strecke waren alle schon geschlossen. Zum Abschluss gingen wir dann vom Silbertaler Winterjöchle über den ganz selten begangenen Emil-Roth-Weg durch steile Grashänge zur Hütte. Der Patteriol und das unter uns liegende Schönverwalltal werden uns in Erinnerung bleiben. Nach steilem Abstieg erreichen wir die Konstanzer Hütte. Eine schöne, moderne Hütte mit heißen Duschen und bestem Komfort. Ein würdiger Abschluss zum Entspannen.

Der junge Hüttenwirt hat einen besonderen Wetterservice. Nach dem Abendessen kündigte er die Großwetterlage an. Er machte es sehr geschickt, so dass auch das schlechtere Wetter noch gut war.

Bei klarer Sicht hätten wir am Freitag noch auf dem Bruckmannsweg das Patteriolmassiv umrunden können. Doch am Morgen zogen dunkle Wolken auf, so dass man nichts von der Schönheit gesehen hätte. Deshalb stiegen wir nach St.Anton am Arlberg ab. Es war eine landschaftlich reizvolle, abwechslungsreiche Woche. Das Gebiet ist auch um diese Jahreszeit nicht überlaufen.

Insgesamt haben wir 7010 Höhenmeter erklommen und 155 km zurückgelegt.


Andreas Cierpka: Arbeitswochenende auf der Setzberghütte vom 25.-27. Oktober 2002

Die Sektion lud zu einem Arbeitswochenende auf der Setzberghütte alle TourenleiterInnen sowie ehrenamtlich tätige und diejenigen, die es werden wollen, ein; hier sind sie alle zu sehen. Grund war, dass manche Themenbereiche nicht ausreichend genug auf den Vorstandssitzungen behandelt werden konnten und sich so eine gewisse Unsicherheit, aber auch Informationslücke, gebildet hatte. Die Jungmannschaftsleiter fahren am Freitag mit der Seilbahn auf den Wallberg, um als "Versorgungstreck" zu dienen. Nach gut einer Stunde waren 40l Bier, 9l Apfelsaft und 23l Wasser zur Hütte gebracht und wir konnten das Wochenende beginnen lassen. Gerhard war inzwischen zu Fuß gekommen, hatte den Ofen in Betrieb genommen und bereitete das Abendessen vor. Kurz vor dem Ende des Seilbahnbetriebs erreichte Wolfgang die Hütte. Sabine und Bernd stiegen im Regen auf, da sie erst um 17 Uhr in München losfahren konnten. Bei einem Bier und leckerem Schweinebraten starteten wir eine lockere Erzähl- / Diskussionsrunde.

Der Samstag war der eigentliche Arbeitstag, stand doch eine Mammutdiskussionsrunde an. Als erstes berichtet Robert von seiner Tätigkeit als Bezirksjugendleiter westliches Oberbayern und den damit verbundenen Aufgaben. Für Helmuth, unseren Chefredakteur, war es wichtig, die Arbeit zum Gelingen der Zeitung auf mehrere Schultern zu verteilen. Dabei stellte sich Andreas spontan zur Verfügung. Es wurde vereinbart, dass zukünftig Tourenberichte, das Tourenprogramm etc. an ihn geschickt werden. Er soll diese an die beiden Lektoren weiterleiten und die korrigierte Fassung Helmuth übergeben. Ferner wurde überlegt, wie denn das Tourenprogramm in Zukunft heißen soll (bislang ohne Erfolg). Die Ausleihe soll von ihrem bisherigen Standort ins Garchinger Bürgerhaus verlegt werden. Wolfgang hat hierzu bereits erste Sondierungsgespräche geführt. Die Ausleihe soll dann parallel zum Stammtisch geführt werden. Andreas, unser Familienreferent, bat um Mithilfe zum Aufbau einer Familiengruppe. Dabei wurde festgestellt, dass auch ehemalig aktive Mitglieder sich nicht mit ihren Familien beteiligen. Um die Familiengruppe zu beleben, wurde Andreas ein Höchstmaß an Flexibilität zugestanden. Nach den vielen Diskussionspunkten wurde gemeinsam unter Hennings Leitung der Wallberg erklommen. Nach einer anschließenden Pause starteten wir in die zweite Runde. Der Themenschwerpunkt Gemeinschaftstouren stand auf der Tagesordnung. Unklarheit bestand vor allem darin, wie mit den Anmeldeformalitäten zu verfahren ist. Oft besteht das Problem, dass sich Teilnehmer anmelden, zur Tourenvorbesprechung aber nicht erscheinen. Diese können zukünftig vom Tourenleiter "abgemeldet" und die Plätze an anwesende Personen vergeben werden. Diavorträge beginnen in Zukunft später, damit Tourenleiter ihre Vorbesprechung durchführen können. Es wurde noch einmal explizit darauf hingewiesen, dass die Leiter auch Teilnehmer ausschließen können, wenn diese nicht den Anforderungen genügen. Das Problem bei verschiedenen Treffpunkten konnte leider nicht gelöst werden. Es wird ein neues Anmeldeformular geben, da sich die Gesetzgebung für Pauschalreisen geändert hat. Um dieser Gesetzesnovelle Rechnung zu tragen, muss der Teilnehmer in Zukunft die Anmeldung persönlich unterschreiben. Leider musste nach diesem Diskussionsblock ein Teil den Rückweg antreten. Die Verbleibenden nutzten die Gelegenheit, um den Setzberg zu besteigen. Derweil machten sich Sabine und Helga daran, das Abendessen vorzubereiten. Nach dem Abendessen sprachen wir über unsere Patensektion Ansbach. Wir möchten gerne die Beziehungen intensivieren, vorerst aber nicht über Arbeitseinsätze sondern durch gemeinsame Touren. Der vorletzte Tagespunkt war die Arbeit unserer Pressesprecherin Traudl. Einvernehmlich wurde festgestellt, dass zu viele Personen Informationen an die Tagesmedien weiterleiten.

Ursprünglich sollten diese alle über die Pressestelle laufen. Um die Arbeit als Pressesprecherin besser ausfüllen zu können, soll Traudl den DAV- Kurs besuchen. Als es draußen schon lange dunkel geworden war, erzählte die Jugendleitung, was sie so an Arbeit verrichtet. Die Kooperation mit der VHS wird weiter bestehen, und die Zusammenarbeit mit dem Gymnasium soll evtl. etwas vertieft werden.

Am Sonntag wurde eine Wanderung zum Risserkogel unternommen. Sabine und ich machten "Klar Schiff". Die Nachmittagssonne genießend verbrachten wir auf der Terrasse, ehe wir uns an den Abstieg machten.

Es bestand einstimmig die Ansicht, dass dieses Wochenende ein großer Erfolg war und unbedingt wiederholt werden muss.


Helmuth Freytag: Wanderung ins Graue (10. November 2002)

An einem grauen Novembertag pünktlich um 7:00 Uhr morgens trifft sich der eingeschworene Haufen vor Hennings Haus. Erst jetzt gibt Henning das Ziel bekannt: Der „Staffel“(1532m), ein relativ unbekannter Berg in der Jachenau. Mit zwei Autos machen wir uns auf den Weg zum zweiten Treffpunkt an der Ausfahrt Haar. Nun ist der Haufen schon auf 12 Teilnehmer angewachsen. Gegen 8:30 Uhr parken wir in dem kleinen Weiler Bäcker und machen uns wetterfest, während der irritierte Hofhund uns missmutig anbellt. Bei leichtem Schneetreiben beginnen wir unseren Aufstieg. Die Markierung ist sehr spärlich und Henning muss sein ganzes pfadfinderisches Gespür einsetzen, um den Weg zu finden. Zum Schluss ist der Weg völlig verschwunden – man kann nur auf Grund des Geländes vermuten, dass hier ein Weg verlaufen könnte. Man merkt Henning, der die ganze Zeit über eisern spurt, die Erleichterung an, als wir punktgenau auf die gesuchte Alm treffen. Die Rast unter dem Vordach tut gut – wir haben alle eine Stärkung nötig.

Während wir die letzten 100 Hm zum Gipfel aufsteigen (diesmal opfert sich Guido zum Spuren in dem nun ½ m tiefen Schnee), kommt die Sonne hervor. Der Ausblick vom Gipfel ist beeindruckend. Zufrieden machen wir uns an den Abstieg, der in unserer alten Spur relativ bequem ist. In Jachenau im Gasthof legen wir noch eine gemütliche Kaffeepause ein und treten dann die Heimfahrt an. Wieder mal ein schöner Saison-Abschluss!

Tourenteilnehmer waren: Henning u.Traudl V., Eveline G., Guido L., Hildegard S., Karen u. Peter H., Marianne G., Monika W.-V., Manfred S., Matthias L. und Helmuth F.


09.01.2007