Naturschutz
Inhalt:
BERICHT DES NATURSCHUTZREFERENTEN FÜR DAS JAHR 2002
Umweltfreundliches Bergsteigen: Henning Verbeek und Hans Wien haben an mehreren Skitouren im Rahmen des DAV Projekts "Skibergsteigen umweltfreundlich" teilgenommen. Einige Sektionstouren wurden ohne Autoanfahrt durchgeführt. Die Bereitschaft mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen, muss in der Sektion verbessert werden. Beschreibungen für attraktive Bergfahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erhielten alle Tourenführer, z.B. die Bändchen "Abfahren mit Ski und Bahn" oder "GebirgsZüge". Joachim Saffert hat Verweise zu Fahrplänen in die Internet-Seiten der Sektion gestellt. Er brachte auch die regelmäßigen Informationen der Umweltgruppe in die Internet-Seiten.
Umwelt- und Naturschutzgruppe: Die Gruppe hatte 5 arbeitsintensive Besprechungen. Bei einem der Treffen wurden konkrete Schritte zur verstärkten Umsetzung des Grundsatzprogramms (Plan des DAV Dachverbandes) mit dem Vorstand diskutiert. Neben der Bachpatenschaft erfolgten Pflegearbeiten in der Garchinger Flur und in den Auen. Die Fotoausstellung für den 9. Januar 2003 ist ein Gemeinschaftswerk mit der Sektionsjugend. Hans Wien organisierte in Zusammenarbeit mit dem Umweltreferat des DAV und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) eine einwöchige Dauerbewachung eines Wanderfalkenhorstes im Altmühltal. Weiterhin organisierte er wiederum in Zusammenarbeit mit dem Umweltreferat zum 5-ten Mal eine einwöchige Hochlagenaufforstung am Grüneck bei Kreuth. Teilnehmer der Aufforstung oder der Wanderfalkenwache waren: Gerda Eidmann, Hans Ströl, Thomas Werner, Marianne Hansen, Erich Feiner, Hans Wien, Mathias Lück, Robert Derheld, Monika Weiß-Vogtmann, Renate Saffert, Sybille Hovestadt, Helmut Rösler.
Lokale Agenda: Mitglieder der Sektion sind die tragende Stütze der Lokalen Agenda. Insbesondere im Arbeitskreis "Natur und Landschaft" und bei allen größeren Projekten, wie dem Wettbewerb "Naturnaher Garten", sind fast alle Mitarbeiter auch Sektionsmitglieder.
Stellungnahmen, Anträge, Heideflächenverein: Im Rahmen der Bürgerbeteiligung der Stadt Garching wurden bezüglich der Ausgestaltung gesetzlicher Vorgaben bei Flächennutzungs- und Bebauungsplänen Hinweise erarbeitet. Auf Initiative der Sektion stellte der DAV-Dachverband den Antrag auf Mitgliedschaft im Fachbeirat des Heideflächenvereins. Der Dachverband vertraute unserer Sektion die dauerhafte Wahrnehmung dieser Aufgabe an. Die Entscheidung des Heideflächenvereins zur Mitgliedschaft stand bis Anfang Oktober noch aus. Dr. Wolfgang Waschkowski vom LBV Freising hat mit dem Naturschutzreferenten der Sektion eine detaillierte Aufwertung der Garchinger und Freisinger Isarauen im Regionalplan erarbeitet. Sie fließen in die Überlegungen der Stadt Garching und des Regionalen Planungsverbandes ein.
Lehrgänge, Vorträge: Die beiden Vorstände und der Naturschutzreferent haben am 3-tägigen Symposium des DAV in Berchtesgaden zum 25-jährigen Jubiläum des Grundsatzprogramms teilgenommen. Peter Martin nahm am Seminar "Neue Herausforderungen in der kommunalen Landschaftsplanung" bei der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege teil.
Bachpatenschaft: Von Januar bis Ende September wurden 207 Arbeitsstunden für Pflegemaßnahmen von der Umweltgruppe und der Sektionsjugend geleistet. Zu den aktiven Mitarbeitern gehörten: Thomas Werner, Fabian Werner, Jürgen Günthner, Hans Ströl, Hans-Peter Schweiss, Wolfgang Weisbart, Andreas Cierpka, Johanna Martin, Peter Martin. Die regelmäßigen Pflegearbeiten erforderten einen Grundstock an eigenen Werkzeugen. Größere Arbeitseinsätze konnten nur mit geliehenen Geräten vom Städtischen Bauhof bewältigt werden. Dafür und für den oft schwierigen Abtransport von gesammeltem Müll ein besonderer Dank dem Bauhof! Die frühere Vorsitzende der Garchinger BN Ortsgruppe, Frau Mang, vertraute der Sektion einen von Herrn Kukral gefertigten Langstilrechen zur Bachpflege an.
Auch gestalterische Landschaftspflege erfolgte:
a) Am Mühlbach südlich der B471 wurden Bachschutzstreifen, Uferverbauungen und andere Bachstrukturen kartiert. Diese Arbeit
wurde der Stadt Garching und der Unteren Naturschutzbehörde ausgehändigt. Franz Lollert hat die Daten in eine Datenbank
übertragen.
b) Die Sektion initiierte Ende September eine gemeinsame Begehung des oberen Mühlbaches mit Fachleuten des
Wasserwirtschaftsamtes, der Naturschutzbehörde, dem Forst, der Stadt Garching, dem Fischerverein und dem Alpenverein zur
fachlichen Unterstützung der Bachpatenschaft.
c) Am Giessenbach wurde im November eine abgeschnürte Ausuferungsfläche wieder an den Bach angeschlossen. Der Arbeit ging eine
Begehung mit dem Waldbesitzer, dem Wasserwirtschaftsamt, der Naturschutzbehörde und unserer Sektion voraus.
d) Die Sektion unterstützte die Ausgleichsflächenplanungen der Stadt Garching.
Naturkundliche Führungen: Ein 2-tägiger Radausflug stellte die Problematik des Donauausbaus zwischen Straubing und Vilshofen in den Mittelpunkt. Weitere Touren führten zu den Bächen der Isarauen, zum Wildalmjoch und in die Tegernseer Berge. In Zusammenarbeit mit der Sektionsjugend konnten 20 Kinder die Natur am Wasser im Rahmen des "Wald-Wasser-Tags" der Forstdienststelle Ismaning spielerisch kennen lernen (Thema: "Flussbauwerke der Kinder"). Das Programm wurde für die Nachbarschaftshilfe mit 13 Kindern wiederholt. Die 3 pfiffigen Leichtlauf-Wasserräder hatte Hans Ströl gebaut, die Gurkenfassturbine kam aus der Handwerkshand von Wolfgang Weisbart. Mitarbeiter beim Ferienprogramm und Wald-Wasser-Tag waren: Hans Ströl, Wolfgang Weisbart, Robert Derheld, Johanna Martin, Monika Weiß-Vogtmann, Hedi Martin, Andreas Schweiggart, Frau Schweiggart. Für unsere Sektion war es die 27. Beteiligung am Ferienprogramm der Nachbarschaftshilfe. Monika Weiß-Vogtmann hat für die Sektion an allen Ferienprogrammen engagiert teilgenommen.
Umweltliteratur in der Ausleihe: Sie wurde gezielt erweitert, u. a. mit den Berichten der Alpenkommission oder Untersuchungen des DAV zum umweltverträglichen "Outdoorsport". Der Wunsch bleibt, dass Naturbeschreibungen und die Literatur zu Umweltfragen in einem eigenen Schrank untergebracht werden können.
Internationales Jahr der Berge 2002: Die Sektion hat 4 Veranstaltungen, die die Bedeutung der Bergregionen als Lebens-, Natur- und Wirtschaftsraum ins Bewusstsein rufen sollten, intern und sektionsübergreifend durchgeführt: Ein gut besuchter Diavortrag über Berchtesgaden von Christof Thron, eine Wanderung mit 20 Teilnehmern zu den Mittenwalder Buckelwiesen, eine Kinderbergtour zur Jocher Alm und die schon genannte Hochlagenaufforstung. Zusammenarbeit mit der Partnersektion Ansbach: Zum Aufbau einer Zusammenarbeit in Naturschutz- und Umweltfragen wurde Kontakt mit dem Umweltreferenten der Sektion Ansbach, Herrn Mader, aufgenommen
Bericht zum DAV Symposium "25 Jahre Grundsatzprogramm"
DAS LEITBILD "ZUKUNFT SCHÜTZEN" VERSTÄRKT UMSETZEN
Gleich zu dritt, Wolfgang Weisbart und Manfred Fischer von der Vorstandschaft und meine Wenigkeit wagten wir uns zum Symposium vom 14. bis 16 Juni nach Berchtesgaden. Es war eine Großveranstaltung mit etwa 200 Teilnehmern und mit einem dicht gepackten Vortrags- und Diskussionsprogramm. Den Ausgleich für die geleistete Arbeit stellten eine Bläserserenade und die nächtliche Bootsfahrt über den Königsee bei Vollmond dar. In Gesprächen mit Referenten konnten wir einen Einblick in die Natur- und Umweltschutzarbeit der anderen Sektionen gewinnen. Nachfolgender Kurzbericht gilt 2 der vielen herausragenden Vorträgen und dem Ergebnis des Symposiums, dem Plan zur verstärkten Umsetzung des Grundsatzprogramms.
Der Weg zum gestaltenden Alpenschutz
Prof. Röhle zeigte in seinem Vortrag "25 Jahre Grundsatzprogramm" auf, dass bereits mit der Gründung des DAV im Jahr 1869 erste Wiederaufforstungen und die Anlage der ersten Pflanzgärten erfolgten. Die Hauptversammlung im Jahr 1927 erhob den Naturschutz zum satzungsgemäßen Vereinsziel. Das Grundsatzprogramm wurde 1984 beschlossen und im Jahr 1994 novelliert. Der DAV ist seit 1984 ein in Bayern staatlich anerkannter Naturschutzverband.
Die 50-er und 60-er Jahre des vorigen Jahrhunderts waren gekennzeichnet vom klassischen Naturschutzgedanken (Rettung bedrohter Tier- und Pflanzenarten). In den 80-er Jahren erweiterte der DAV seine Tätigkeit vom Verhindern unerwünschter Erschließungen zum gestaltenden Alpenschutz und nahm neue Herausforderungen, wie das Spannungsfeld zwischen Sport und Umwelt, an.
Seit den letzten Jahren steht die Sicherung der Alpen als Einheit von Ökologie, Ökonomie und Kultur im Mittelpunkt. Der DAV kämpft an vielen Fronten, z.B. die Erhaltung des Tiroler Lechs. Gestaltend wirkt und wirkte er u. a. durch die Erstellung der Katastrophenkarte (Lawinen- und Erosionsgefährdung) oder durch die Initiative zum Alpenplan, der Modell wurde für den bayernweiten Landesentwicklungsplan. Innerhalb des DAV fand eine Umkehr statt, die sich beim Umbau der Hütten zu umweltfreundlichen Stützpunkten oder beim Projekt "Skibergsteigen umweltfreundlich" dokumentiert.
Die neuesten Herausforderungen sind die "Trendsportarten" (z.B. Canyoning) und die exzessive Vermarktung des Alpinsports.
Verschwinden die Alpen als LÄNDLICHER Kulturraum?
Ein nachdenkliches Zukunftsbild und einen schwierigen Auftrag skizzierte Prof. Bätzing in seinem Vortrag "Schutz des Alpenraums - Pflichtenheft des DAV" anhand der soziologischen, politischen und ökologischen Entwicklungen des Alpenraumes in den letzten 200 Jahren. Die jüngsten Entwicklungen, die Bätzing mit Untersuchungen der Uni Erlangen untermauern konnte:
Die Alpen verlieren ihre politische und kulturelle Identität. Sie werden zu Einzugsgebieten der außeralpinen Metropolen. Die inneralpinen Besiedlungen verstädtern mit Städten außerhalb oder am Rand des Alpenraums. In den inneralpinen Großstädten erfahren die Bürger immer weniger ihre Umgebung als Bergland und betrachten sich nicht mehr als Alpenbewohner, wie eine Untersuchung in Grenoble zu Tage gebracht hat. Bätzing sinngemäß: "Die Alpen verschwinden als ländlicher Raum."
Gleichzeitig erfolgt eine Entsiedelung (z.B. in den Südalpen), die ganze Regionen erfasst, und die mit einem massiven Verlust an Landschaftsstrukturen (durch Verbuschung des Kulturlandes) und einem dramatischen Artenrückgang einhergeht. Auch hier verschwindet ein alpenländischer Natur- und Kulturraum.
Die Aufgabe des Alpenvereins bestehe heute darin, eine eigenständige und zukunftsbeständige Entwicklung im Alpenraum, eine wirtschaftliche, kulturelle und politische Identität, wo immer dies möglich ist, zu erhalten, anzustoßen und zu fördern.
Die verstärkte Umsetzung des Grundsatzprogramms
In drei Arbeitskreisen "Nachhaltige Entwicklung in den Arbeitsgebieten des DAV", "Bergsport & Naturschutz" und "Lobby für eine nachhaltige Entwicklung in den Alpen" wurden konkrete Schwerpunkte erarbeitet und den Sektionen Hinweise zur verstärkten Umweltarbeit gegeben. Einige wichtige Maßnahmen möchte ich kurz erläutern:
Zusammenarbeit vor Ort, Allianzen und politische Einflussnahme
In den Arbeitsgebieten der Sektionen sollen regelmäßige Kontakte zu Gemeindeverwaltungen, Schulen, Vereinen und Tourismusverbänden aufgebaut und gepflegt werden. Der DAV Dachverband sucht verstärkt die Zusammenarbeit mit Behörden, politischen Parteien und anderen Naturschutzverbänden, die gleiche Ziele verfolgen. Kontakte mit Verkehrsanbietern und Verantwortlichen in der Politik sollen die Anbindung von Hütten und Tourengebieten an öffentliche Verkehrsmittel verbessern. Der DAV bemüht sich um eine politische Vertretung in Berlin ebenso wie um eine Vertretung der europäischen Alpenvereine in Brüssel.
Umweltbildung
Information über und Sensibilisierung für Naturschutzbelange sollen in den Sektionen ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltungen werden und sein (Kurse, Vorträge, Führungen, Literatur). Die Sektionen sollen sicher stellen, dass die auch im Umweltschutz ausgebildeten Fachübungsleiter ihr ökologisches Wissen in das Sektionsprogramm integrieren. Naturkundliche Abteilungen sollen gefördert werden. Auch nach außen sollen die Sektionen für die Naturschutzbelange sensibilisieren und Kontakte zu Sportlern in anderen Verbänden aufnehmen. Auch eine wirkungsvolle Pressearbeit ist gefragt.
Netzwerk
Die DAV Naturschutzreferenten schließen sich zu Arbeitsgruppen auf Landesverbandsebene zusammen. Die Referenten treffen sich wenigstens alle zwei Jahre.
Schwerpunkte in der Sektion setzen
Ziel einer Sektion kann es sein, 30% der Gemeinschaftstouren mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchzuführen. Ein anderes Ziel für Hütten besitzende Sektionen wäre, die Direktvermarktung heimischer Produkte aus der Land- bzw. Almbewirtschaftung auf den Hütten zu etablieren. Sektionen, in deren Arbeitsgebieten Erschließungen drohen, werden weiterhin den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf den Erhalt der unberührten Regionen setzen.
Hochlagenaufforstung 26.-30. August 2002
Im August dieses Jahres haben Gerda Eidmann, Erich Feiner, Hans Ströl, Thomas Werner und ich sowie drei weitere Alpenvereinsmitglieder eine fünf Tage dauernde Hochlagenaufforstung an den steilen Hängen des 1300m hohen Grüneck über Wildbad Kreuth durchgeführt. Ein hoffentlich großer Teil der von uns gepflanzten Bäumchen wird in dreißig bis vierzig Jahren nach verlustreichem Kampf gegen die Härte der Natur, gegen Umweltverschmutzung und Wildverbiss so hoch gewachsen und kräftig sein, dass sie die am Fuße des Berges verlaufende B 307 vor dem Abgang von Lawinen schützen können. Wenig bekannt ist, dass derartige Hochlagenaufforstungen auch einen Beitrag leisten gegen Hochwasserfluten, wie sie im Sommer dieses Jahres in weiten Teilen Deutschlands in un- geahntem Ausmaß gewütet und durch Schäden von vielen Milliarden Euro zahlreiche Menschen ins Elend gestürzt haben. Wald ist ein Wasserspeicher aller erster Güte. Neben anderen Faktoren ist das vor allem dem Waldboden zu verdanken, der durch die Baumwurzeln aufgelockert wird und wie ein Schwamm große Wassermengen aufsaugen kann. Untersuchungen haben ergeben, dass die Fähigkeit des Waldes, Wasser zu binden, um 10 mal größer ist als die einer Wiese. Um dem Entstehen von Hochwassern entgegen zu wirken, geht es neben der Verbesserung des Klimas, der Minderung der Bodenversiegelung, der Renaturierung der Flussläufe auch darum, die Situation des Waldes zu verbessern. Dazu müssen die von Wald bedeckten Flächen erhalten, wenn nicht vergrößert, alte verrottende Baumbestände durch neue ersetzt und Monokulturen in Mischwald umgewandelt werden. Dabei kommt es insbesondere auf die Wälder in den Mittelgebirgen und in den Alpen an, wo auf dem Gefälle ungehindert zu Tal schießendes Regenwasser zahme Bäche sehr schnell in reißende Ströme verwandeln kann. Für unsere Sektion ist das Grüneck seit sechs Jahren der Ort der Hochlagenaufforstung. Diesmal brachten wir mit den Helfern anderer Sektionen und drei Waldarbeitern vom Forstamt Kreuth Kiefern und Tannen, Fichten und Latschen, Lärchen und Buchen auf steilen Hängen in den oft steinigen Boden. Schließlich waren es 6000 Setzlinge, eine Menge, die angesichts der mühevollen Arbeit selbst die Waldarbeiter erstaunte.
Wanderfalkenwache 25. Mai - 1. Juni 2002
Mit 300 km in der Stunde stürzt sich der Wanderfalke auf seinen tief unter ihm fliegenden Beutevogel. Dieser einzigartige Sturzflug hat die Menschen seit je beeindruckt. Darum hat man diese größten Falken Europas aus den Horsten geholt, bevor sie flügge waren, und zu Jagdvögeln ausgebildet. Im Mittelalter war es ein Privileg fürstlicher Damen und Herren, hoch zu Ross mit einem gezähmten Wanderfalken auf der Hand zur Jagd auszureiten. Doch auch heute noch gibt es leidenschaftliche Anhänger dieser Jagdart, die bereit sind, viel Geld für einen gut ausgebildeten Wanderfalken zu zahlen. Das droht dem auf freier Wildbahn lebenden Vogel zum Verhängnis zu werden, denn manch einer raubt die Küken aus den meist an Felswänden liegenden Horsten, um sie zu sogenannten Gerfalken aufzuziehen und später teuer zu verkaufen. Hierdurch, aber auch durch in der Landwirtschaft verwendeten Herbizide, sind die Bestände an Wanderfalken geschrumpft; sie waren in Gefahr auszusterben. Vor etwa zwanzig Jahren startete der Bayerische Landesbund für Vogelschutz ein Programm für die Rettung dieser stolzen Tiere. An den wenigen Horsten, die noch bezogen waren, setzte man Wachen ein, die rund um die Uhr nicht nur die Falkenräuber von ihrem frevelhaften Tun abhielten, sondern überhaupt dafür sorgten, dass die Altvögel so ungestört wie möglich ihre zwei- bis vierköpfige Brut aufziehen konnten. Dies und weitere Maßnahmen haben die Zahl der Wanderfalken in unserer Landschaft wieder anwachsen lassen. Heute scheint die Gefahr ihres unmittelbar bevorstehenden Aussterbens zumindest hinausgeschoben zu sein. An einigen Horsten hat der Landesbund für Vogelschutz ihre strenge Bewachung durch zeitweilige Beobachtung ersetzt. Der Alpenverein beteiligt sich an dem Schutzprogramm. Er ruft seine Kletterer auf, Felswände, an denen die bezogenen Horste der Wanderfalken liegen, während der Brut und der Aufzucht der geschlüpften Küken von Mitte März bis Anfang Juni zu meiden und selber Wachen und Beobachter zu stellen. Unsere Sektion folgte diesem Aufruf und so waren neun unserer Mitglieder im Mai dieses Jahres insgesamt eine Woche lang an drei Horsten bei Eichstätt und Wellheim eingesetzt. Jeden Tag beobachteten sie durch Fernglas oder Spektiv das Leben der seltenen Vögel in ihren Horsten und deren erste noch unsicheren, bald aber immer eleganteren Flüge. Nesträuber hielten sich fern - vermutlich, weil diese allein schon durch die Anwesenheit der Wachen von ihrer Straftat abgehalten werden. Der Dienst unserer Sektionsmitglieder war nicht leicht, denn oft ließ das Wetter zu wünschen übrig; zudem waren sie äußerst beengt in einem alten Wohnwagen untergebracht. Immerhin aber boten ihnen die Wanderfalken ein eindrucksvolles Naturerlebnis und sie trugen dazu bei, dass die Aufzucht von mindestens drei Jungvögeln in den von ihnen bewachten Horsten gelang.
Ismaninger Erlebnistag "Wald und Wasser" 28. Juli 2002
Das Wetter hätte nicht schöner sein können zu dieser von der Forstdienststelle Ismaning organisierten Veranstaltung - entsprechend groß war der Andrang. Peter Martin hatte dann auch frühzeitig die Chancen erkannt, für den Alpenverein ein bisschen Werbung zu machen und so war neben den Isarfischern, dem Landesbund für Vogelschutz und dem Wasserwirtschaftsamt auch die Sektion Garching mit einem Stand vertreten. Am frühen Nachmittag zog Peter mit seinen Helfern Robert und Johanna, gefolgt von ca. 20 Kindern, an den Isarstrand, wo Kanäle gebaut, Steinpyramiden aufgeschichtet und vorgefertigte Wasserräder in Gang gesetzt wurden. Noch lange, nachdem die Kinder wieder abgezogen waren, drehte sich die an einem riesigen Mast aufgehängte, genial einfache aber doch äusserst zuverlässige Gurkenfassturbine von Wolfgang im Wasser.
Verschiedenes
Wir treffen uns jeden Dienstag um 18:45 Uhr am Arberweg. Jeder ist eingeladen mitzulaufen, wobei das Alter und die persönliche Leistung keine Rolle spielen. Gelaufen werden ca. 3 km in unterschiedlich starken Gruppen. Organisator: Karl Kaiser (Tel. tagsüber: 3 00 00 38 36)
13.06.2006