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Deutscher
Alpenverein Sektion Garching e.V. und Ortsgruppe Ismaning mit Sitz im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, Garching, Deutschland |
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Naturschutz- und Bachpatengruppe: Berichte
Bericht des Naturschutzreferenten für das Jahr 2000 Im zurückliegenden Jahr gab es in unserer Sektion wieder vielfältige Aktivitäten im Bereich von Natur und Umwelt. Peter Martin führte eine Frühjahrstour zur eiszeitlichen Moränenlandschaft im Leitzachtal. Mehrere Tage im Mai war er im Sarcatal und am Nordrand des Gardasees unterwegs, wo er interessierten Sektionsmitgliedern die besonderen eiszeitlichen Formen des Gebirges wie die Gletschermühlen und die gewaltigen, in den Nordalpen nicht bekannten Bergstürze erläuterte.. Weiter leitete er eine Exkursion zu den Mooren, Trockenhängen und Karsterscheinungen im Bereich des Wildsees im Estergebirge und machte Garchinger Kinder bei einer Wanderung des Ferienprogramms der Nachbarschaftshilfe mit Naturchönheiten am Jägerkamp beim Spitzingsee vertraut. Während einer Sektionstour auf den Friederspitz waren es das "wilde Friedergries", die Eiben, Spirken und Wacholder am Rande des Grieses, die Karstlandschaft des Frieder, das einmalige Quellmoor "Rotmoos" und die Bäche "Kleinkanadas", mit denen er seine Gruppe begeisterte. Im Oktober verbrachten wir ein Natur- und Umweltwochenende auf der Setzberghütte nahe dem Wallberg. Christoph Thron und Peter Martin führten uns auf lehrreiche und zum Teil auch spielerische Art in die Eigentümlichkeiten und Schönheiten der dortigen Berglandschaft ein. Zweimal im Jahr fanden die von der Garchinger Stadtverwaltung geleiteten Aktionen "Sauberes Garching" statt, bei denen jeweils etwa 12 Sektionsmitglieder, vor allem Jugendliche, eifrig bestrebt waren, die Flure der Stadt vom Wohlstandsmüll zu reinigen. Anfang September mühten sich 5 Mitglieder eine Woche lang am Grüneck beim Tegernsee, den Schutzwald durch Pflanzen von Fichten, Kiefern, Tannen, Buchen und Vogelbeeren aufzufrischen. Etwa 2000 Setzlinge brachten sie bei oft schlechtem Wetter und an zum Teil steilen Hängen in den Boden. Es war das 4. Jahr in Folge, daß die sogenannte Hochlagenaufforstung unserer Sektion am Grüneck stattfand. Bemerkenswert ist, daß die An- und Rückfahrt von mehr und mehr Sektionstouren, zum Teil auch zu fernen Zielen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchgeführt wird. Dies schont die Umwelt, bei den hohen Kraftstoffpreisen aber auch den Geldbeutel, zum Beispiel, wenn 5 Personen gemeinsam ein Wochenendticket von 35.- DM benutzen. Bayern sammelte in diesem Jahr die Meldungen seiner schutzwürdigen Landschaftsgebiete für die Aufnahme in die Flora-Fauna-Habitat-Liste der Europaunion. Die Sektion beantragte die Aufnahme des Naturschutzgebietes Mallertshofer Holz mit Heiden, das nordwestlich von Garching liegt, in diese Liste und hatte Erfolg damit. Kein Erfolg dagegen war dem Antrag zur Aufnahme von Berghochmooren in den Bayerischen Alpen beschieden. Die Sektion machte der Stadt Garching das Angebot, den durch Garchinger Flure fließenden Überreiterbach mit eigenen Kräften und teilweise auch mit eigenen Mitteln (das "Rathausstüberl" spendete uns für solch eine Maßnahme 450.- DM) naturnah zu gestalten. Das Projekt liegt vorerst auf Eis, da die Stadt dafür Grundstücke erwerben muß, dazu aber nicht in der Lage ist Spende zum 100-jährigen Jubiläum des Vereins zum Schutz der Bergwelt Liebe Bergfreunde, der Verein zum Schutz der Bergwelt, dem auch unsere Sektion als Mitglied angehört, feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass schlagen Peter Martin und Hans Wien vor, dass die Sektion dem Verein neben dem Mitgliedsbeitrag eine Spende von 200.- DM zukommen lässt. Der Verein wurde am 28. Juli 1900 während der damaligen Generalversammlung des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins in Straßburg gegründet und hatte zunächst nur den Schutz der Alpenpflanzen zum Ziel. Im Lauf der hundertjährigen Vereinsgeschichte hat sich die Menge der Aufgaben erheblich vergrößert. Über den Schutz der alpinen Pflanzen hinaus sollen heute die Bergwelt in ihrer Gesamtheit, das Alpenvorland wie auch die Mittelgebirge vor beeinträchtigenden oder zerstörenden Eingriffen bewahrt werden. Im Einzelnen setzt sich der Verein in diesen Regionen dafür ein,
Ein Schwerpunkt des Vereins ist der Kampf gegen die Waldschäden, wobei immer wieder auf die noch unbefriedigende Verjüngung der Berg- und Schutzwälder hingewiesen wird. Nicht zuletzt dieser Hinweise wegen wird heute Einiges für das Auffrischen dieser Wälder getan. Auch der unnatürlich große Bestand des Wildes, das durch Äsung frischer Triebe das Hochkommen neuer Bäume beeinträchtigt, geht allmählich zurück. Erste Erfolge zeichnen sich ab, doch nach wie vor bedürfen die Berg- und Schutzwälder der nachdrücklichen Hilfe. In den letzten Jahren hat sich der Verein für den Schutz von stark gefährdeten Feuchtgebieten und -biotopen durch Ankauf oder Pachtung von Grundstücken im Dachauer Moos, im Peitinger Filz und im Obernacher Moor am Staffelsee eingesetzt. Der Einsatz hat sich gelohnt, denn der Erhalt dieser Feuchtgebiete in ihrer ursprünglichen Art ist gesichert. Heute stellt der Verein umfassende und darum sehr teure Untersuchungen zur Ökologie von Almbetrieben an. Hierbei sollen alle Faktoren, die in einem solchen Betrieb zusammenwirken, erfasst und ihre Auswirkungen auf die Umwelt bewertet werden. Auf Grundlage derartiger Erkenntnisse will der Verein zweckmäßige Ratschläge für die Natur schonende Bewirtschaftung von modernen Almen geben können. Den Zielen des Vereins, die auch im außerordentlichen Interesse des Alpenvereins liegen, sind durch mangelnde Geldmittel Grenzen gesetzt. Wenn die Sektion es mit einem kleinen Beitrag unterstützen will, dass die ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins den Schutz der Bergwelt weiter voranbringen können, sollte die vorgeschlagene Spende befürwortet werden. Bachräumungen der Sektion Garching
Initiative: Die Sektion Garching hat in Zusammenarbeit mit dem städtischen Bauhof Garching, dem Forstamt und dem Fischer dieses Problem als aktuelle Aufgabe angepackt und ihrer Jugend unter Mithilfe der Erwachsenen anvertraut. So wurden im vergangenen Februar und November stückweise der Giessenbach mühsam gesäubert (von 5 Kubikmetern Müll und Sondermüll) und die Verklausungen am Zulauf, die den Giessenbach fast trocken gelegt hatten, freigeräumt. Die Einsätze der Jugend erfolgten mit Spaß und Freude am Gelingen und mit einer geselligen "Nachauskehr". In diesem Jahr ist eine etappenweise Räumung des Mühlbaches notwendig. Vorgehensweise: Um Vegetation und Fauna nicht unnötig zu belasten, erfolgen die Räumungen nur dann, wenn es dringend notwendig ist und stets ohne Maschineneinsatz. Die Arbeiten werden abschnittsweise und punktuell ausgeführt: Im späten Herbst oder sehr zeitigen Frühjahr ist die geringste Belastung von Flora und Fauna. Sensible Bereiche bleiben ausgespart. Vor jeder Räumung werden Naturschutz relevante Aspekte und Erfordernisse mit den Helfern besprochen. Ziele: Die Sektion möchte dazu beitragen, die ökologische Leistungsfähigkeit der Bäche und die Dynamik im Bach und am Bachufer zu erhalten. Gleichzeitig soll die Sektionsjugend an den aktiven Umwelt- und Naturschutz vor Ort herangeführt werden. Wichtig ist auch, dass die Bachpflege Anerkennung gefunden hat, und dass das Vertrauen der Stadtverwaltung, des Fischers und der Forstverwaltung sowie die Unterstützung anderer Vereine gewonnen wurden: ein weiterer Aufbruch zur Zusammenarbeit vor Ort. Siehe auch den Artikel in DAV FORUM 2/2001 S. 17. Der Wanderfalke, ein immer schon seltener Raubvogel, kämpft in Mitteleuropa um das Überleben seiner Art. Da er für die Falkenjagd wegen seiner einzigartigen Geschwindigkeit beim Sturzflug besonders geeignet ist, droht ihm Gefahr vor allem von Menschen, die die noch nicht flüggen Jungen aus dem Horst rauben und für viel Geld verkaufen. Um diesem schweren Frevel Einhalt zu gebieten, setzt der Bayerische Landesbund für Vogelschutz im Frühjahr Wachen an den wenigen, noch bezogenen Horsten ein. Die Horste liegen immer wieder an Felsen, wo Kletterer ihrem Sport nachgehen. Um die Wanderfalken nicht zu vergrämen, hat der DAV mit dem Landesbund für Vogelschutz vereinbart, dass seine Klettersportler den Nistfelsen der Wanderfalken in den Frühlingsmonaten fern bleiben, bis die Jungen abgeflogen sind. Darüber hinaus ruft der DAV seine Mitglieder auf, sich an der Bewachung der bezogenen Horste zu beteiligen. Ich schlage vor, dass unsere Sektion die Wache an einem Horst vom 12. bis 19. Mai 2001 übernimmt. Wo das sein soll, kann erst im nächsten Februar entschieden werden, wenn die Falken ihre Horste bezogen haben. Wir sollten 3 oder 4 Teams zu je 2 bis 3 Personen bilden, wobei ein Team, das in einer Jagdhütte, einem Wohnwagen oder Ähnlichem untergebracht ist, den Horst etwa 2 Tage lang bewacht und dann vom nächsten Team abgelöst wird. Die Wache, die auch nachtsüber gewährleistet sein muss, dient nicht nur einem guten Zweck; sie bietet auch ganz ungewöhnliche Einblicke in das Leben einer seltenen Vogelart. Siehe auch den Bericht Wanderfalken im Blickfeld. Der Biber, ein Urbayer, ist zurückgekehrt Mancher wird an der Isar oder am Mühlbach neuerdings Spuren beobachten, die er bisher nicht gesehen hatte: abgenagte Äste und Zweige, gefällte Bäume, Aufstauungen des Wassers. Der Biber ist auch in unsere Auen zurückgekehrt und soll daher vorgestellt werden. Ausrottung trotz Bewunderung Bevor man den Biber im vorigen Jahrhundert ausrottete, war er viele Millionen Jahre in Bayern heimisch. Dass er immer auch Bewunderung und hohen Respekt bei der Bevölkerung genoss, belegen die zahlreichen Feldfluren, Bäche und Orte, die "Biber" oder die gestreckte Form "Bieber" in ihrem Namen tragen. Von Bibergeil und Biberpelzen Die Ausrottung erfolgte aus vielerlei Gründen: Der Pelz war begehrt; das Drüsensekret "Bibergeil" galt als Männerstärkungsmittel; Fastengebote, kein Fleisch zu essen, konnte man mit dem fälschlicherweise als "Fisch" eingestuften Biber bequem umgehen. Seine Fähigkeit, seinen Lebensraum mit Burgen, Dämmen und neuen Bachläufen aktiv zu gestalten, erschien den Menschen als wirtschaftlich nachteilig und war sicher der Hauptgrund für seine Verfolgung, die weltweit fast zur Ausrottung geführt hatte. Biberland Bayern Vor etwas mehr als 30 Jahren initiierte der Bund Naturschutz die Wiederansiedelung des Bibers in Bayern. An mehreren Flüssen (z.B. Donau bei Deggendorf, Isar bei Freising) wurden Biber aus Nord- und Osteuropa und aus Sachsen, in dem die Elbebiber nie ganz ausgerottet worden waren, angesiedelt. Die Ansiedelung stellt eine einzigartige Erfolgsgeschichte dar, denn inzwischen sind Biber an allen großen Flüssen heimisch. Man schätzt ihre Zahl auf 5000. Es gibt nur wenige, bisher von Bibern nicht besiedelte Gebiete, wie Oberbayern südlich Münchens. Das wird sich bald ändern, denn die ersten Biber haben es geschafft, die für sie besonders schwierige Barriere nach Süden, die Großstadt München, zu besiedeln und zu durchwandern (Revier Praterinsel!). Zur Erfolgsgeschichte gehört auch die doch hohe Akzeptanz in der Bevölkerung: Der Biber hat unsere Herzen erobert. Anpassungsfähigkeit: der Aldi-Biber Die Anpassung des Bibers an unterschiedliche Lebensgrundlagen ist bewundernswert. Er ist ein stolzes und selbstbewußtes Tier, das einfallsreich fast alle Widrigkeiten meistert. So wundert es nicht, dass er auch die unmittelbarer Nähe von Siedlungen, Gewerbegebieten, Straßen und Parkplätzen nicht scheut, wie der sogenannte "Aldi-Biber" von Plattling, der seit Jahren im Bach nur wenige Meter neben dem Aldimarkt siedelt. Die Indianer Nordamerikas nannten ihn wegen seiner Gestaltungskraft den "Kleinen Bruder". Bibermanagement Von Anfang an war es das Ziel der Bayerischen Staatsregierung und der Europäischen Union, den Biber in unsere Kulturlandschaft zu integrieren. Mit der rasanten Ausbreitung des Bibers, die Fachleute überrascht hat, traten gelegentlich auch Probleme auf: überschwemmte Wiesen, Grundwassereinbrüche in Kellern, Ernteschäden, in Biberröhren eingebrochene Traktoren u.s.w.. Zur Vermeidung der Probleme wurde ein Bibermanagement geschaffen mit je einem Biberexperten für Nord- und Südbayern, der Naturschutzwacht vor Ort und regionalen Biberbetreuern. Der Bund Naturschutz hat für Schäden einen Entschädigungsfond eingerichtet. Die meisten Probleme lassen sich aber eindeutig auf Fehler des Menschen im Umgang mit der Natur zurückführen. So hat man fehlende Bachschutzstreifen allzu oft toleriert, obwohl die Gewässer dadurch mit Dünger und Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft mehr als belastet wurden. Der Biber "erzwingt" jetzt, was eigentlich selbstverständlich sein sollte, nämlich mindestens 10 Meter unbearbeiteten Uferrand. Ist dieser vorhanden, bricht auch kein Bauer in eine Biberröhre ein. Nur in seltenen Fällen muss eingegriffen werden, z.B. wenn ein Biber in einer Kläranlage (auch dort fühlt er sich offensichtlich wohl) die Abflüsse verstopft oder wenn er einen Fischteich mit dem nächsten Bach "verbindet" Biergartenbiber? Auch im Münchner Norden dringen Biber bis in die Wohngebiete vor, z.B. in Garching bis zum Biergarten. Ihr Hauptrevier liegt aber in den Auen, die fast ein Paradies darstellten, gäbe es da nicht Straßen, die immer wieder dem Biber zum Verhängnis werden. Auch rauben ihm die alljährlichen, über Wochen dauernden Bachtrockenlegungen sein Lebens- und Schutzelement. Der Biber ist eine vollkommen geschützte Tierart. Eingriffe jeglicher Art bedürfen einer Genehmigung. Störungen müssen unterbleiben. Wiederbelebung des Karwendelbusses Die Sektionen Oberland und München konnten gemeinsam mit dem RVO die Wiederaufnahme des "Bergsteigerbusses" von Lenggries in die Eng/Karwendel erreichen und damit einen erheblichen Beitrag für eine umweltfreundliche, öffentliche Anreise in das Naturschutzgebiet leisten. Auf unseren Gemeinschaftstouren ins Karwendel werden wir mit diesem Bus anreisen. Aber auch für private Bergtouren bietet er sich geradezu an: Bei Überschreitungen braucht man nicht mehr zum Ausgangsort zurückkehren sondern kann eine der vielen Haltestellen im Gebiet ansteuern. Angst vor einem "Busverpassen" bei der Heimfahrt ist nicht begründet, denn es gibt 2 Verbindungen für die Rückfahrt mit einem Abstand von 2 Stunden. Kenner wissen es schon lange: Eine Fahrt mit dem Bergsteigerbus ist immer ein geselliges Erlebnis! Der tägliche Fahrplan für Samstage, Sonntage, Maria Himmelfahrt und 3.Oktober, dazu reichliche Tourenvorschläge auch für Wochentouren hängen in unserer Ausleihe aus. Aktuelle Information zu den Bergsteigerbussen gibt es hier. Haltestellen: z.B. Winkel/Hohenwiesen, Fleck, Fall, Vorderriss, Hinterriss, Oswaldhütte, Aufstieg Tölzer Hütte, Haglhütten, Eng, Laliderer Tal u.s.w. Tourenauswahl: Schafreuther (Halt Oswaldhütte oder Halt Aufstieg Tölzer Hütte), Rontal-Tortal (Halt Hinterriss), Gamsjoch (Halt Eng), Sonnjoch (Halt Eng), Kompar (Halt Haglhütten), Demeljoch (Halt Fall), Staffel (Halt Vorderriss), Hochalm (Halt Winkel). Bitte helft mit, dass die Wiederbelebung des Karwendelbusses in die Eng erfolgreich wird und erhalten bleibt! P.S.: Weitere sehr informative Auskünfte über den Karwendelbus und zugehörige Touren finden sich in der Fahrplanseite von L. Röckrath und im DAV Panorama 5/2001 S. 42. Siehe auch den Bericht von Merkur. Information und Anforderung des kostenlosen Karwendeltouren-Faltblattes von: mailto:service@alpenverein.de, mailto:service@dav-oberland.de, mailto:toelz@rvo-gmbh.de, mailto:Auskunft@BayerischeOberlandbahn.de, mailto:info@karwendel.tirol.com Dem Giessenbach auf den Grund gegangen Wir haben es diesen November wieder getan den Giessenbach vom Zivilisationsunrat befreit. Nach den üblichen und zum Teil langwierigen Vorbereitungen konnten wir am 11.11.2000 unseren Beitrag zur sauberen Umwelt leisten. Wir trafen uns um 8:45 Uhr bei Martins und es kamen mehr als ich erwartet hatte. Ich hatte einen Teil der Jungmannschaft angerufen und andere per e-mail angeschrieben. Peter Martin als Organisator der Aktion und Tochter Jojo hatten aber noch viele andere Jugendmitglieder der Sektion angesprochen bzw. angerufen, so dass ein Großaufgebot an DAV'lern und JDAV'lern in die Isarau aufbrach, um den Giessenbach nördlich der B471 zu säubern. Leider hatte das Wasserwirtschaftsamt aus ökologischen Gründen die "sanfte" Flusssäuberung der "unsanften" vorgezogen. Im Klartext bedeutete dies für uns, dass immer noch genügend Wasser vorhanden war, um richtig nass werden zu können. Bevor wir aber loslegen konnten, kam Herr Zehner, der Inhaber der hiesigen Fischpacht, um uns für unseren Einsatz zu danken. Der Dank wurde durch eine Spende für eine Brotzeit zum Ausdruck gebracht. Nun konnte es so richtig losgehen. Mit Gummistiefeln, Rechen, Harken und Spaten ausgerüstet, wurden wir in verschiedene Gruppen eingeteilt und erhielten unser Arbeitsgebiet zugewiesen. Dabei waren die Anforderungen sehr unterschiedlich. Während die einen Baumstämme zur Seite wuchten mussten, befreiten die anderen flachere Stellen vom Unrat. Meine Gruppe hatte die Aufgabe, das Stauwehr vom Müll und Dreck zu befreien. Nach gut vier Stunden waren wir fertig und wunderten uns darüber, was man so alles in den Isarauen finden kann: Autoreifen, McDonald-Tüten, Plastikteller und -löffel, Flaschen aller Arten und Formen, Blumentöpfe, Kinderspielsachen. Außerdem haben wir eine Flaschenpost und zwei Personalausweise gefunden. Den krönenden Abschluss bildete aber die Brotzeit bei Martins Danke! Während die "Kleinen" schon bald von ihren Eltern abgeholt wurden, saßen wir "Größeren" noch etwas beinander und hätten es fast bis zum Abendessen ausgehalten. Zum Abschluss möchte ich noch allen Beteiligten und Akteuren für ihre tatkräftige Unterstützung danken. Die Stadt Garching hat unserer Sektion die Patenschaft für Mühl-, Gießen-
und Überreiterbach vertrauensvoll übertragen. Der verdienstvolle Einsatz,
besonders unserer Jugend, bei den bisherigen drei Bachräumungen hat damit
eine hohe Anerkennung gefunden. Die Sektion ist Partner der Stadt Garching und wird Partner der Naturschutzbehörden. Dies verpflichtet uns zu Zurückhaltung beim Kontakt nach außen und im Umgang mit der Presse ebenso wie zur Rücksprache bei Veröffentlichungen. Notwendigkeiten und Probleme müssen wir zuerst mit den Partnern intern absprechen. Auch möchten wir mit den Fischern zusammenarbeiten. Da die Bäche sehr sensible Lebensbereiche darstellen, werden unsere Pflegemaßnahmen u.a. nach den Richtlinien des "Landschaftpflegekonzepts Bayern" durchgeführt. Da ist einiges zu beachten. Daher bitte nicht allein, sondern nur im Rahmen der Sektionsplanung arbeiten (auch aus Versicherungsgründen). Sa. - Fr. 25. Mai - 1. Juni 2002: Wanderfalkenwache Der Wanderfalke, ein immer schon seltener Raubvogel, kämpft in
Mitteleuropa um das Überleben seiner Art. Da er für die Falkenjagd wegen
seiner einzigartigen Geschwindigkeit beim Sturzflug besonders geeignet ist,
droht ihm Gefahr vor allem von Menschen, die die noch nicht flüggen Jungen
aus dem Horst rauben und für viel Geld verkaufen. Um diesem schweren Frevel
Einhalt zu gebieten, setzt der Bayerische Landesbund für Vogelschutz im Frühjahr
Wachen an den wenigen, noch bezogenen Horsten ein. Links im Wanderfalkenschutz, Jahresbilanz 2000 in Bayern Bericht des Naturschutzreferenten für das Jahr 2001 Umweltfreundliches Bergsteigen Aktive Sektionsjugend Umwelt-
und Naturschutzgruppe Lehrgänge und Vorträge Stellungnahmen und Anträge Naturkundliche Führungen Symposium "Vorbeugender Hochwasserschutz: Was können Wald und Forstwirtschaft beitragen?" Es regnet. Dicke Tropfen fallen platschend auf den durstigen Boden. Tausende von Poren im trockenen Erdreich saugen das Wasser ein. Nach und nach füllen sich Mulden und Hohlräume bis zur Grenze ihrer Aufnahmefähigkeit. Das nicht mehr gespeicherte Wasser fließt zuerst langsam, dann immer schneller den Bächen und Flüssen zu. Zentimeter um Zentimeter steigen die Pegelstände. Wenn es ergiebiger regnet, als Bäche und Flüsse aufnehmen können, wenn
in den Bergen die Schneeschmelze noch dazu kommt, dann treten die Flutwellen
schließlich über die Ufer. Oft dringen die Wassermassen mit zerstörender
Gewalt in besiedelte Gebiete ein. Bilder im Fernsehen zeigen uns, welch
schwere Schäden an Gebäuden, Brücken und Straßen die Folge sein können.
So wird sich manch einer noch erinnern, wie die Loisach im Mai 1997 nach
tagelangem Dauerregen und infolge der gleichzeitigen Schneeschmelze bei
Eschenlohe über die Ufer trat. Trotz verzweifelter Gegenwehr der Bevölkerung
und zahlreicher Hilfsorganisationen verwandelte sich das Tal auf ganzer
Breite in einen reißenden Strom, mitten darin die leidgeprüfte Ortschaft.
Als das Wasser in die Häuser eindrang, flohen die Bewohner in die oberen
Stockwerke. Sie sahen zumeist hilflos zu, wie ihr Hab und Gut in Keller und
Erdgeschoß schwere Schäden nahm. Oft mussten sie mit Booten versorgt,
manchmal auch geborgen werden. Das tatsächliche Ausmaß der Schäden
konnten die Menschen jedoch erst erkennen, als das Wasser wieder abgelaufen
war. Zahlreiche Gebäude waren zerstört oder dem Zusammenbruch nahe. Der
reißende Strom hatte Loisachbrücken zum Einsturz gebracht und davon
getrieben. Straßen hatte er unterspült und weggerissen. Die Schienen der
Bahnlinie nach Garmisch-Partenkirchen hingen nur noch durch sich selbst
gehalten über dem Flussbett. Selbst das Trinkwasser hatte an Qualität
verloren, da die Hochfluten Öltanks in den Kellern aufgetrieben hatte. Die
Behälter waren leckgeschlagen. Ihr Inhalt versickerte und vergiftete das
Grundwasser. Entsprechend fand im Juli dieses Jahres ein ganztägiges Symposium mit
dem Thema "Vorbeugender Hochwasserschutz - Was können Wald und
Forstwirtschaft beitragen" an der Bayerischen Landesanstalt für Wald
und Forstwirtschaft in Freising statt, an dem von unserer Sektion
Peter
Martin und Hans Wien teilnahmen. Neben dem Wurzelwerk gibt es noch weitere Faktoren, die die Kapazität eines Waldbodens als Wasserspeicher beeinflussen, wie beispielsweise das Laub von Laubbäumen und die Nadeln von Nadelbäumen. Die im Herbst auf die Erdoberfläche fallenden Blätter der Laubbäume verrotten leicht. Ihre Rückstände dringen schnell und tief in das Erdreich ein; sie bilden dort einen saugfähigeren Boden als die schwer verrottenden Nadeln der Nadelbäume. Ein weiteres Beispiel sind die Arbeiten der Forstleute in den Wäldern. Setzen sie schwere Maschinen ein, führt dies an den Arbeitsstellen zu einer Verdichtung des Boden. Regenwasser kann nicht mehr versickern und rinnt oberirdisch dem nächsten Bach zu. Um der Verdichtung des Waldbodens entgegenzuwirken, verwenden die Forstleute vermehrt wieder Pferde bei ihrer Arbeit. Die Schlüsselfunktion der Baumarten für die Fähigkeit der Waldböden Wasser zu speichern und damit Hochwasserkatastrophen vorzubeugen, bestimmt seit einigen Jahren das Forstprogramm in den bayerischen Wäldern, die etwa 23% der Grundfläche des Landes bedecken. Mischwälder aus Laubbäumen wie Buche und Eiche sowie aus Nadelbäumen wie Tanne und Fichte sollen heranwachsen und die alten Bestände ersetzen, die aus wirtschaftlichen Gründen oft als reine Monokulturen gepflanzt worden sind. Ein großes Problem aber, dem vor allem die frisch gepflanzten Laubbäumchen, aber auch die Tannensetzlinge gegenüberstehen, sind die Verbiss- und Fegeschäden durch Rehe und Hirsche, die das Hochkommen der Bäume erschweren. Neben Schutzvorkehrungen an den Bäumchen wie Geflechte aus Stacheldraht hilft vor allem die Verringerung der Wildbestände durch intensive Bejagung. Heute sagt man, dass Wald vor Wild gehen muss. Gegen die verheerenden Hochwasserfluten gibt es außer der zweckentsprechenden Aufforstung der Wälder noch weitere Schutzprogramme. So werden gewaltige Rückhaltebecken künstlich angelegt, in die die Fluten geleitet werden, wenn sie über die Flussufer zu treten drohen. Noch wirksamer ist es allerdings, die natürliche Rückhaltefähigkeit der Flussläufe selber in Anspruch zu nehmen. Ein Mittel hierfür ist, den Flüssen wieder ein breites Bett zu geben, in dem sie sich bei Hochwasser ausdehnen können. Dafür sollen die Schutzdämme so weit ins Landesinnere verlegt werden, dass Nebenläufe, tote Arme und vielleicht auch Mäander Platz finden. In diesem Zusammenhang kommt der Rückgewinnung von Auwäldern große Bedeutung zu, da sie die Speicherkapazität der Flussniederungen selber erhöhen. Weiter hat man den Wert der Moore für den Wasserrückhalt erkannt. Vielen Mooren entziehen Entwässerungsgräben und der Torfabbau die Feuchtigkeit. Je trockener sie dadurch werden, je mehr ihre spezielle Vegetation abstirbt, desto weniger Wasser können sie auf nehmen. Heute versucht man Moore zu renaturieren, indem man ihnen Wasser zuführt, beispielsweise durch Schließen der Entwässerungsgräben. Das Wasser kann nicht mehr abfließen und sickert darum in das Moor ein. Langsam erholen sich solche Moore und gewinnen ihre ehemalige Speicherkapazität zurück. Das Symposium hat deutlich gemacht, dass es vor allem die Natur ist, die den Hochwasserfluten entgegenwirken kann beispielsweise durch gesunde Mischwälder. Das hat man erkannt und folglich gehen die Bemühungen in diese Richtung, oft allerdings im Widerstreit mit anderen Interessen. Eine Erschließungswelle bedroht derzeit den gesamten Alpenraum. Allein in Österreich sind 13 neue Großschigebiete in Planung, darunter auf dem Gepatschferner in den Ötztaler Alpen. Manchmal gibt es aber auch Lichtblicke für die Alpen in Not. Sie seien kurz erwähnt, da sie selten sind: Die "Allemagna", eine unsinnige Autobahn durch das Zillertal und die Dolomiten, ist mit der Alpenkonvention tief beerdigt worden. Auch das wiedererweckte Wallberg-Autorennen ist durch den zähen Einsatz des Bürgerwaldforums, zu dem auch der Alpenverein gehört, tot. Der Bau einer Autostraße ins Kaisertal bei Kufstein konnte vorerst gestoppt werden. Literatur zu Umwelt- und Naturschutzfragen Der Alpenreport der "Internationalen Alpenschutz-Kommission CIPRA" ist neu in unserer Ausleihe. In den Bänden 1 und 2 wird ein umfassendes Bild zur Situation und Perspektive der Natur- und Kulturlandschaft der Alpen gezeichnet. Themenbeispiele: "Europäisches Natur- und Kulturerbe", "Tourismus, Freizeit, Sport", "Verkehr und Transport", "Bergwald", "Berglandwirtschaft", "Zukunftsfähige Entwicklung". Auch kurze Artikel wie über die Kastanienselven (Haine) in der Südschweiz sind sehr informativ. Von der "Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege" wurden der Forschungsbericht 6 Outdoorsport und Naturschutz sowie das Seminardokument Wassersport und Naturschutz (Ursprung, Gegenwart, Zukunft) beschafft. In dieser Literatur werden die aktuelle Entwicklung des Berg- und Wassersports, die Motivationen zu ihrer Ausübung und die Bedingungen zur Akzeptanz von Ge- und Verboten analysiert. Freiwillige Instrumente zur Konfliktentschärfung und die Empfehlungen an die Sportverbände und Sportindustrie sind ausführlich dargestellt. Interessant ist, dass gerade der Alpenverein, der sich ernsthaft um den Ausgleich von Alpinsport und Naturschutz bemüht, bei seinen Mitgliedern Glaubwürdigkeit besitzt und eine hohe Akzeptanz seiner Empfehlungen erreicht. Weitere Literatur: Die Alpenkonvention. Details werden im nächsten Sektionsprogramm vorgestellt. |
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