DAV Sektion Garching: Tourenberichte 2009
Renate Saffert: Köglhörndl (1645m), Inntalberge
(25. April 2009)
Es sollte die erste Frühjahrswanderung werden. Ohne die Hilfsmittel, mit denen man sonst im Winter unterwegs ist. Vor acht brauchen wir nicht loszufahren, es sind kaum 700 Hm zu ersteigen. Es ist auch nicht so weit über den Ursprungpass bis nach Hinterthiersee. Vor der Jausenstation können wir auf 1001 m parken und in den Licht durchflutenden Wald hineingehen. Hin und wieder ein Seidelbast mit lila Blüten. Wie in einem Gartenbeet stehen die Schneerosen im Hang, bergauf und bergab. Zuerst sind sie grünlich, doch je höher wir steigen, desto weißer, heller und üppiger wird die Pracht. Eine Pflanze bildet zwei, drei oder vier Blütenstängel wie in einem Strauss aus. Schließlich finden wir weiter oben Knospen mit rosa Spitzen. Der Rest muss noch unter dem Schnee verborgen sein, denn als wir den Wald verlassen, liegt auf den Wiesen der Köglalm tiefer Schnee. Henning zieht verlässliche Spuren bergan, von einem freien Wiesenbuckel zum anderen. Bald ist der Schnee so tief, dass die Wegmarkierung kaum herausschaut. Der Hang ist nun ziemlich steil, Treppen werden gebohrt, und ausrutschen wäre fatal. Noch eine kleine Steilstufe, dann zeigen die Latschen in Richtung Gipfelkreuz des Köglhörndl (1645 m). Die Aussicht auf das Inntal mit seinen Seitentälern im schönsten Sonnenschein ist phänomenal. Ganz dicht neben uns kreist ein Segelflieger. Direkt ungern wenden wir uns wieder bergab. Nicht voraus zu sehen ist, wen es zum nächsten Kniefall in demütiger Haltung trifft, denn der Schnee wird weich. Herrlich die letzten Meter hinab zur Köglalm. Beim Kaffee vor dem Haus der Jausenstation wird mit Genuss spekuliert, wann oder ob der Traktor des Bauern, der gerade seine steilen Wiesen düngt, umzukippen droht. Die Bäuerin gesteht uns, dass ihr gar nicht lustig dabei zumute ist. Erfüllt von sonniger Frühlingsluft düsen wir nach Hause.
Bilder von Henning Verbeek:
04.05.2009