Die Donau zwischen Straubing und Vilshofen
Naturkundliche Radtour am 13. und 14. April 2002
10 Teilnehmer trafen sich Samstag morgen um 7:30 Uhr am Freisinger Bahnhof um zu einer naturkundlichen Radtour mit kulturellen Einlagen unter der bewährten Führung von Traudl Verbeek und Peter Martin aufzubrechen. Ziel der Tour war es, den derzeitigen Zustand der Donau einschließlich ihrer Auen kennen zu lernen und ein Bild von den Folgen eines möglichen Flussausbaues zu erhalten.
Wir starteten in Straubing bei herrlichem Sonnenschein und machten nach kurzer Fahrt Rast an der Mündung der "Alten Kinsach" in die Donau. Peter selbst hatte für 11 Uhr den Biber zur Besichtigung "bestellt", der sich auch prompt zeigte und einige Runden im Wasser drehte. An der Alten Kinsach wird die ökologische Situation der Donau deutlich: Sie fließt nur bedingt frei, wird durch hohe Dämme eingezwängt und hat kaum mehr offene Verbindung zu ihrer einstigen Aue. Der Bach, der bei Donauhochwasser tiefer als die Donau liegt, muss heute durch ein Schöpfwerk über den Damm gepumpt werden.
Nach heftigem Kampf ums Mittagessen (Einkehr in einer Brauereistube oder nicht) durften wir in Plattling ein Cafe besuchen. Danach folgten die Besichtigung einer romanischen Kirche und ein Gang durch das Dokumentationszentrum "Isarmündung". In der Aue gab es Biberspuren, Altwasserarme und Trockenrasen, Brennen genannt, zu entdecken. Die Spuren des letzten Hochwassers zeigten sich an den "Grasfahnen" hoch im Geäst der Bäume. Auch an der Isarmündung ist die Isar leider teilweise verbaut, d.h. die Flussdynamik ist selbst in der letzten großen Mündungsaue Mitteleuropas stark gebremst.
Weiter ging es zur eindrucksvollen Donauschleife bei Mühlham. Endlich Einkehr! Das Gasthaus mit Biergarten liegt hoch über der Donau und gewährt einen eindrucksvollen Blick auf die enge Flussschleife. Nach dem Abendessen wurden die fünf Ausbauvarianten dargestellt, die vom "sanften Ausbau" mit Buhnen (das sind Steinwälle vom Ufer in den Fluss hinein) bis hin zur Errichtung von drei Staustufen reichen. Traudl hatte die Presseberichte der letzten Zeit gesammelt und zur Einsicht mitgenommen. Zum Abschluss der Einkehr wurde humorvoll ein 6te Variante vorgelesen: Das Ja zum Donauausbau mit Biberstaustufen. Übernachtet haben wir in einem ruhigen Privatquartier in Niederalteich.
Der Sonntag galt dem Besuch der Basilika Niederalteich, wo wir auch einige Minuten einem byzantinischem Gottesdienst ergriffen beiwohnen konnten. Weiter ging es nach Flintsbach zum sehenswerten Ziegeleimuseum, einem hochkarätigen Kulturdenkmal. Bis 1966 wurde der riesige, heute noch begehbare Ringofen betrieben. Die Museumsführung war angemeldet. Zum wertvollen Museumsbesitz zählt auch ein römischer Brennofen.
Die Tour endete ohne Regendusche, ohne Reifenpanne oder Verletzung in heiterer Gruppenstimmung in einem Cafe in Vilshofen. Insgesamt wurden schlappe 130km zurückgelegt, die gut zu bewältigen waren, da es kaum größere Steigungen zu überwinden gab. Unserem Führerteam Traudl und Peter ein herzliches Dankschön!
Winfried Feneberg
06.06.05