Durchquerung der Schobergruppe 12.-18.08.2001
Nachdem die Tour mit Guido nicht zustande kam,
mein Urlaub aber schon geplant war, beschlossen wir zu dritt dieses Gebirge auf
eigene Faust zu entdecken.
Startpunkt war Iselsberg an der Großglockner
Straße. Die erste Hütte "Winklerner Alm" liegt zwischen blühenden
Wiesen und ist auch mit dem Auto zu erreichen. Rechtzeitige Ankunft oder
zumindest telefonische Voranmeldung sind hier wichtig, die Wirtsleute fahren
sonst, wenn der letzte Tagesgast gegangen ist, wieder hinab ins Tal. Der steile
Hüttenanstieg ist schweißtreibend, so freuen wir uns auf unser erstes Bier auf
dieser Tour. Später treffen noch zwei Gruppen ein, die denselben Weg für die nächsten
Tage gewählt haben. Immer die Sonne im Rücken, steigen wir am nächsten Tag
auf dem Wiener Höhenweg zur Seescharte (2604m) hinauf. Unten lockt die
Wangenitzseehütte. Die anderen hetzen davon, um noch das Petzeck zu besteigen.
Wir liegen am See, baden und genießen die Landschaft. Am nächsten Morgen
steigen wir noch zum Petzeck auf, der höchste Berg der Schober-Gruppe ist ein
Muss. Der Blick ist großartig und entschädigt für den steilen Aufstieg.
Nachmittags geht es weiter in Richtung
Adolf-Noßberger-Hütte. Da wir bewusst auf
Steigeisen "Gewicht" verzichtet haben, wählen wir den Weg über die
eisfreie Niedere Gradenscharte, nicht unbedingt die leichteste Variante. Die
Seen am Grat locken uns heute nicht und nach fünf Stunden erreichen wir die Noßberger
Hütte, wo die anderen schon lange auf uns warten. Die jungen Hüttenwirte raten
dringend von Klammer- und Hornscharte ab. So überqueren wir am nächsten Morgen
nochmals die Gradenscharte und folgen dem Weg bis dicht vor die
Lienzer
Hütte.
Dann geht es wieder bergauf zur Größnitzscharte. Unterwegs lädt der
Salzplattensee zum Schwimmen ein – ob der Name wohl von dem Salz der
Bergsteiger herrührt, das hier abgewaschen wird? Der Weg bergab zieht sich über
Gletscherschliff bis fast zur Hütte hinab, die wir gerade noch rechtzeitig um
17:00 Uhr erreichen. Rechtzeitig, weil ab dann die Wirtin mit den
Essensvorbereitungen beschäftigt ist, und Lager erst wieder ab 20:00 Uhr
angewiesen werden. Verständlich, da sie nur zu zweit die Hütte bewirtschaften.
Die nächste Etappe führt uns wieder auf dem
Wiener Höhenweg zur Kesselkeesscharte. Das "Böse Weibl" zeigt sich
unfreundlich, so lassen wir es links liegen und steigen zum Peischlach Törl
hinab und entlang des Kastenecks erreichen wir mit den ersten Regentropfen die Glorer Hütte. Die Sonne lockt uns am nächsten Morgen früh aus unseren
Schlafsäcken.
Über die
Salmhütte und auf
fast gleicher Höhe entlang blühender Wiesen und
den sich zur Schau stellenden Murmeltieren erreichen wir die Stockerscharte
und wie ein Schock trifft uns nach all der Natur die Technik – Autos
Beton. Unser eigentliches Ziel, das
Glocknerhaus, überlassen wir den Touristen
und steigen durch den Wald direkt nach Heiligenblut ab. Eine lange und schöne
Tour ist zu Ende. Per Autostop wird das Auto geholt – die Busse fahren am
Samstag nur bis mittags – und wir treten über den Glocknerpass die Heimreise
an.
Monika Weiß-Vogtmann
05.06.2005