Geigelstein, 12. Januar 2002
(siehe auch Touren Chronik 2002)
Bücherwürmer, Bandwürmer, Holzwürmer kennt man zur Genüge. Viel seltener begegnet man da schon dem Garchinger Skitouren-Wurm. Er wand sich am nebligen Samstag von Huben aus durch den Bergwald zur Priener Hütte hinauf. Ein starker Wurm mit achtzehn Teil-Gliedern. Drei oder vier waren kurz vorher abgefallen, aber das kennt man ja, sie können dann notfalls auch allein weiterexistieren. Wir begegneten kaum Menschen, das Entsetzen hielt sich also in Grenzen. Die Wirtin auf der Hütte reagierte souverän, sie rückte freiwillig raus, was so ein Wurm halt braucht.
Bei dichtem Nebel schlängelten wir uns weiter hinauf und unter dem harten, verblasenen Gipfelhang bekam der Wurm fast das Gliederreißen, um im Bild zu bleiben. Auch der Schnee bei der Abfahrt war nicht immer wurmgerecht. Einen Gegenanstieg hatte uns Fred ja schon angedroht: kaum auszumachen im Nebel, folgte ihm sein Anhang zögernd. Die Belohnung war so eine Art Spurrillen-Press-Pulver. Jetzt kannte Freds Begeisterung keine Grenzen mehr.
Nochmals Anfellen um eine weitere Chance zu geben für alle, die diesen Schnee immer noch nicht beherrschten. Zu diesem Zeitpunkt hatte er seinen Anhang nicht mehr voll hinter sich, sympathiemassig, mein ich. Ich will's nicht verschweigen, es gab dann noch ein drittes Wiederanfellen, kurz nur, aber diesmal hörte man deutlich eine gezischte Morddrohung, die Stimme klang wie vom Ekkehard, aber da kann ich mich auch getäuscht haben. Als Fred aber nach kurzer Abfahrt versonnen den Hang naufschaute und so was wie: "joo, also da gaabs no, i moan ja blooss" begann, hörte er deutlich, bis hier und nicht weiter geht die Gefolgschaft.
Zum Schluss geriet dann noch ein Wurmglied auf Abwege durch den Steilwald, aber das war ein bisschen aus Versehen und wurde verziehen. Interessant evtl. noch die Beobachtung, dass in einem einzigen Skitouren-Wurm cirka achtzehn Lästermäuler stecken können...
05.06.05