![]() |
Deutscher
Alpenverein Sektion Garching e.V. und Ortsgruppe Ismaning mit Sitz im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, Garching, Deutschland |
||||
|
Tourenbericht Am Samstag, dem 21. August 1999, trafen wir uns alle pünktlich in Chamonix, hektisch wurden Automaten gesucht zum Geldwechseln und dann das Wichtigste - der Wetterbericht für die nächsten Tage. Der hörte sich leider nicht sehr vielversprechend an: Sonntag wunderschönes Wetter, blauer Himmel, Sonne - aber dann...... Störungszonen, wolkig, Schauer.... Karin und Gerhard wurden ins Hotel verfrachtet und der Rest der Mannschaft suchte und fand einen ganz netten, kleinen Campingplatz. Am nächsten Tag Eingehtour: Mont Brevent (2525m) mit kleiner Pause im Refuge Bel Achat wo unserem Führer ein neues Getränk serviert wurde: Tango = Bier aus der Dose und Grenadine-Sirup im Glas als "Französisches Radler" anschließend gings auf den Gipfel und über die Traversale Mont Blanc zurück zur Talstation La Flegere. Gerhard durfte mit der Seilbahn runterfahren, um seine Knie zu schonen. Abends ging die Sucherei nach einem Lokal los, welches jedem gerecht werden sollte. Aber das war leichter gesagt als getan ... Gerhard als unser Gourmet betrat immer als Erster die Brasserien, Hotels etc. und kam meistens mit dem Daumen nach unten wieder heraus. Aber satt sind wir "Gott sei Dank" immer geworden. Montag früh um 7 Uhr standen wir dann alle parat... endlich ein ernstzunehmender Berg Mont Blanc du Tacul (4248 m). Wir fuhren mit der Seilbahn zur Aiguille de Midi und waren erstmal eine Weile beschäftigt, sämtliche Utensilien anzulegen, umzubinden, anzuschnallen... Uwe, Sylke und ich waren eine Seilschaft, und Manfred, Gerhard, Karin und Resi die andere. Dann gings los, einen steilen, schmalen Grat hinunter und über den relativ flachen Gletscher. Der Anstieg war teilweise sehr steil, und wir bestaunten die ersten großen Spalten und Seracs. Um 11:45 Uhr waren wir auf dem Gipfel. Die Aussicht war leider nicht mehr sehr gut, inzwischen hatten sich ziemlich viele Wolken gebildet, auch der Mont Blanc verhüllte sich. Der Abstieg erfolgte auf dem gleichen Weg. Als wir beim Tunnelzugang zur Aiguille de Midi ankamen, wurden wir von den vielen Turnschuhtouristen, die dort oben die tolle Aussicht bewunderten, wie Außerirdische bestaunt und gefilmt. Abends beim Essen wurde dann heiß diskutiert. Der Wetterbericht hatte vorausgesagt, dass Mittwoch der einzige schöne Tag in der Woche sein sollte. Was tun? Eigentlich war der Aiguille d Argentiere im Plan vorgesehen. Aber was nützt alle Akklimatisierung, wenn dann das Wetter einen Gipfelsieg des Mont Blanc nicht zuläßt. Also wurde beschlossen, alles umzuändern und am Dienstag auf die Gouter-Hütte aufzusteigen. Nur machte uns der Hüttenwirt einen Strich durch die Rechnung: alles voll, sogar der Fußboden! Sylkes Vorschlag zur Grand-Mulet-Hütte aufzusteigen, wurde nach einigem hin und her von allen angenommen, und wir stiefelten also endlich los: Erst über riesige Schotterfelder, dann über die Gletscherzunge "Glacier des Pelerins" und den Gletscher "Glacier des Bossons". Anfangs wunderten wir uns über vier Bergsteiger, die vor uns loszogen: "Warum die wohl so langsam sind?" Irgendwann wurde uns das klar, der Anstieg war wirklich kein Zuckerschlecken, Spalten über Spalten...... Aber dann endlich die Hütte, der Hüttenwirt begrüßte uns alle per Handschlag und freute sich sichtlich über unser Kommen - tres charmant nachmittags saßen wir noch in der Sonne und ratschten und lachten, vermummt wie die Beduinen, weil der Planet so runter brannte. Dann folgte eine sehr kurze Nacht: Um 1 Uhr Wecken, um 2 Uhr erfolgte der Startschuss: 1800 Höhenmeter, davon 2/3 im Dunkeln. Doch unsere Stirnlampen wiesen uns mehr oder weniger den Weg ... Um 6:30 Uhr waren Uwe, Sylke und ich an der Vallot-Hütte, man konnte kaum rein, so voll war es da drinnen. Doch wir zwängten uns rein und warteten auf die zweite Seilschaft. Gegen 8 Uhr, endlich bei Sonnenschein und weniger Wind, brachen wir wieder in Richtung Gipfel auf. Ganze Heerscharen waren unterwegs.... gibt es in Frankreich keinen anderen Berg...? Um 10 Uhr stand ich endlich am Gipfel, etwas später kamen dann Manfred, Gerhard und Resi. Es war schweinekalt, deshalb gab es nur schnell ein paar Fotos und ein paar Blicke rundumazdum. Gigantisch die Fernsicht jeder andere Berg ist kleiner!!!! Und dann ging es auch schon wieder runter. Inzwischen hatten wir uns getrennt. Sylke und Uwe hatten Karin in einer separaten Seilschaft noch auf den Gipfel begleitet und stiegen mit ihr über den Normalweg ab. Manfred, Gerhard, Resi und ich gingen den gleichen Weg, den wir gekommen waren, wieder zurück. Nur war der Gletscher jetzt in der Mittagszeit sehr aufgeweicht, und die Schneebrücken über die Spalten wirkten immer weniger vertrauenserweckend. Es ging alles gut, keiner von uns wird in 5000 Jahren als "Ötzi" wiedergefunden werden! Um 17 Uhr waren wir wieder an der Seilbahnstation. Ich stürzte zuerst an die Bar und orderte ein paar Bier, die leider sehr schnell verdampften, aber es gab ja noch mehrere zu kaufen..... Donnerstag regnete es den ganzen Tag, was keinen sonderlich störte. Ein paar Unverbesserliche gingen trotzdem wandern. Freitags schien dann wieder die Sonne, und wir fuhren mit der Seilbahn von Les Praz zum La Flegere (1877m) und marschierten von dort zum Lac Blanc. Nach einer langen Pause stiegen wir wieder in Richtung Argentiere ab. Karin konnte diesen wunderschönen Ausflug mit traumhaften Blicken auf das Mer de Glace, Aiguille de Argentiere, Walkerpfeiler etc. leider nicht mitmachen. Sie hatte im Hotelzimmer ihren Zeh an der Treppe angestoßen, und der Zeh wollte danach partout nicht mehr in den Bergschuh. Abends gab es Essen in einem Restaurant mit Guide Millaud-Gockel, Gerhard hatte den Daumen oben, und alle waren zufrieden. Den Aiguille de Argentiere haben wir leider nicht bestiegen, was anscheinend nur Manfred bekümmerte, denn das wäre mal ein Berg gewesen, den er noch nicht kannte. Aber man muß ja was übrig lassen, um mal wieder in diese schöne Gegend zu fahren. Summasummarum: eine Superwoche! |
||||
|
|||||