DAV Sektion Garching: Tourenberichte 2000

Wie ich zu viel Kohle kam - eine naturkundliche Wanderung im Leitzachtal (09. April 2000)

An einem strahlenden Aprilsonntag steigen 17 Geologie-Interessierte in Leitzach aus den Autos. Auch ein Hund beschnuppert uns, mäßiger interessiert. Peter Martin führt uns zunächst in den Sulzgraben, der in mehreren Kaskaden zur Leitzach abfällt. Eine Tonmergel-Sperrschicht verhindert hier das Versickern des Wassers, das beim Austritt aus dem Hang Sinterüberhänge und -höhlen bildet. Sogar hier im Talgrund stehen die Frühlingsblumen schon in voller Blüte. Ein etwas strenger Geruch kann nach kurzer Irritation dem Bärlauch zugeordnet werden, der in großen Mengen vorkommt.

Von Wörnsmühl setzen wir uns entlang kleiner Bäche in Bewegung. Eine Anhöhe entpuppt sich als Endmoräne. Wir erfahren, wieso mehrere hintereinander gestaffelt sind und woher die Durchbrüche kommen (wird aber hier nicht verraten!). Auf einer sonnigen Terasse aus dem späten 20.Jhdt. genießen wir Moränenlandschaft und Kuchen. Vorbei am prächtigen Wiedenhof mit seiner frisch renovierten Lüftlmalerei geht es wieder in ein Tal, das mit viel Stacheldraht gehobene Ansprüche an unsere Artistik stellt. Etliche müssen mit kleinen Lockmitteln ("Schau mal, der schöne Seidelbast") bei der Stange gehalten werden. Schließlich erreichen wir die Leitzach, die an uns vorbei gischtet und an ruhigeren Stellen ihre vielen Grünabstufungen zeigt. Später sehen wir einen sauberen Querschnitt durch eine Endmoräne, den der Wildbach ständig vergrößert. Kurz bevor sich der Rundgang schließt, entdecken wir ein Rudel Damwild: gewissermaßen "kulinarische Findlinge".

Im Rohnbachtal ein letztes Mal Stacheldraht und Balancierkünste am Bach. Wir finden Pechkohle in unterschiedlicher Stärke. Sie wurde bis 1968 abgebaut. Ein bisschen ist für uns übrig geblieben. Mein Pech: zuhause, als ich meine Steinesammlung am Fensterbrett bereichere, stelle ich fest, dass ich viel zu viel Kohle habe...

Peter Heidl