Zum Aktiventreffen unserer Sektion auf der Setzberghütte Anfang November 2003 wurde ich gebeten, eine kleine Unterrichtseinheit über „Erste Hilfe alpin“ zu gestalten, und ein Ergebnis davon ist dieser Artikel, zu dem mich Wolfgang Weisbart veranlasst hat.
Es passieren pro Jahr ca. 5000 Bergunfälle, davon enden ca. 500 tödlich, davon 60 DAV-Mitglieder. Im DAV-Panorama 5/2003 wurden zwei Statistiken der DAV-Sicherheitsforschung veröffentlicht, mit der sich jede/r BergfreundIn einmal kurz befassen sollte:
Ungefähr die Hälfte aller Bergunfälle passieren bei Wanderungen durch sog. subjektive Fehlleistungen, wie ausrutschen, stolpern, mangelhafte Ausrüstung und Erfahrung oder Selbstüberschätzung. 38% der Ursachen liegen im Bereich der unzureichenden körperlichen Verfassung und hier stehen die Herz-Kreislauf-Probleme mit 30,6 % an oberster Stelle, die zu 80% bei Wanderungen auftreten. Die Sicherheitsforschung konnte feststellen, dass zwei Drittel dieser Unfälle bei sonnigem Wetter, auf Wanderwegen und im Abstieg passierten - die Konsequenzen dieser Erkenntnisse liegen für jede/n BerggeherIn auf der Hand.
Ich möchte, nach dieser Einführung, einen Ausrüstungsaspekt näher betrachten, der meiner Erfahrung nach von vielen noch zu wenig berücksichtigt wird – der Rucksackapotheke. Die nachfolgende Liste entspricht den Empfehlungen des DAV und ist auch Inhalt der Bergführer- bzw. Fachübungsleiterausbildung.
Immer dabei, auch für Halbtagestouren oder Klettergärten!
Generell sollte man im Umgang mit Medikamenten Vorsicht walten lassen, daher nur in Absprache mit dem Hausarzt:
Natürlich hoffe ich, wie jede/r, dass die Inhalte der Rucksackapotheke nie wirklich bei einem Notfall gebraucht werden - und wenn doch ?! Bei meinen Touren habe ich immer wieder feststellen müssen, dass die wenigsten BerggeherInnen solch eine Apotheke mitführten. Die meisten hatten lediglich Pflaster dabei – manche das nicht einmal.
Dieser Artikel soll auch ein Appell an alle sein, ihren Beitrag zu noch mehr Sicherheit am Berg zu leisten.
Nach etwas genauerer Analyse des Marktes und einiger Preisvergleiche konnte ich folgendes feststellen:
Diese von der Firma ortovox angebotene und komplett gefüllte Apotheke kostet ca. 46 €. Die leere Tasche kostet ca. 16 € und ein Kfz-Erste-Hilfe-Kasten kostet beim ADAC 7,50 € und beinhaltet mehr, als gefordert ist.
Diese Rucksackapotheke liegt ab Dezember 2003 in der Sektions-ausleihe mit einem Gewicht von ca. 600 Gramm in zwei-facher Ausfertigung vor und bietet noch Platz für individuelle Bedürfnisse.
Diese „große“ Apotheke sollte in einer Berggruppe einmal vorhanden sein.
Eine kleinere Rucksackapotheke für jeden kostet ca. 16 €. Beim ADAC gibt es eine sog. Kraftrad-Verbandtasche für 6,95 € mit einem Gewicht von ca. 300 Gramm, die meiner Meinung nach ausreicht.
In unserer Sektionsausleihe bzw. direkt beim DAV liegt die scheckkartengroße Broschüre „Auf Nummer sicher – Tipps und Infos für die Bergtour“ aus, die in keiner Rucksack-Apotheke fehlen sollte. Die wichtigste Telefonnummer hieraus, die jede/r BerggeherIn kennen sollte, ist die Berg-Notrufnummer 112.
01.12.2005