Schellschlicht

Ich hatte dieses Jahr nicht viel Glück mit meinen geplanten Touren und musste die meisten absagen. Nun drohte auch die eigentlich für eine Woche später angesetzte Tagestour auf den Schellschlicht witterungsbedingt auszufallen. Da für den 20. September jedoch absolutes Kaiserwetter vorhergesagt war, griff ich am Tag zuvor zum Telefon und schrieb die angemeldeten Teilnehmer*innen sowie weitere interessierte Personen an. Und so ergab sich immerhin eine Vierergruppe an motivierten Bergsteiger*innen.

Wir fuhren mit dem Auto nach Griesen bei Garmisch-Patenkirchen und parkten dort auf einem kleinen und eher inoffizell wirkenden (dafür kostenlosen) Parkplatz. Nach ein paar hundert Meter am Bach ging’s sogleich steil bergauf, immerhin im schattigen Wald. Wir entschieden uns, anders als in den Tourenbeschreibungen angegeben, die Runde entgegen dem Uhrzeigersinn zu gehen. Ob es jetzt so herum einfacher oder schwieriger ist, ist schwer zu sagen, wahrscheinlich ist es „ghupft wie gsprunga“. Der Aufstieg war jedenfalls nicht nur konditionell, sondern auch technisch anspruchsvoll. Nach gut dreieinhalb Stunden erreichten wir den Gipfel mit einer grandiosen Aussicht, unter anderem auf die Ammergauer Alpen, das Zugspitz-Massiv und den Plansee.

Aber damit war die Tour noch nicht zu Ende und wir mussten noch den langen und ebenfalls technisch herausfordernden Abstieg bewältigen. Doch keiner von uns hatte größere Probleme mit dem steilen Schrofengelände oder den drahtseilversicherten Kletterpassagen und nach weiteren drei Stunden kamen wir erschöpft aber glücklich am Auto an. Auf der gesamten Runde trafen wir kaum andere Wanderer, die schiere Länge der Tour sowie die technischen Schwierigkeiten schrecken wohl doch die meisten ab. Ich persönlich gebe der Bergschönheit und der wunderbar abwechslungsreichen Tour jedoch 10/10 Punkte.